1.4. Sonntag
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Eintritt frei
Führung durch die Ausstellung. Eintritt frei
4.4. Mittwoch
Hanseatenweg 10
18.00 Uhr
Treff Kasse
Hanseatenweg 10
18.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
5.4. Donnerstag
Pariser Platz 4
19.00 Uhr
Plenarsaal
Pariser Platz 4
19.00 Uhr
Plenarsaal
8.4. Sonntag
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
11.4. Mittwoch
Hanseatenweg 10
18.00 Uhr
Treff Kasse
Hanseatenweg 10
18.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
12.4. Donnerstag
Pariser Platz 4
20.00 Uhr
Plenarsaal
Pariser Platz 4
20.00 Uhr
Plenarsaal
Empfindungsräume – Zur synästhetischen Wahrnehmung
Malcom LeGrice (St. Martins College, London):
Colour Abstraction – Painting – Film – Video – Digital Media.
Vortrag zur Tagungseröffnung
>Programmtagesablauf
Malcom LeGrice (St. Martins College, London):
Colour Abstraction – Painting – Film – Video – Digital Media.
Vortrag zur Tagungseröffnung
>Programmtagesablauf
13.-14.4. Freitag
und Sonnabend
Hanseatenweg 10
jeweils
10.00-18.00 Uhr
Clubraum
und Sonnabend
Hanseatenweg 10
jeweils
10.00-18.00 Uhr
Clubraum
Empfindungsräume – Zur synästhetischen Wahrnehmung
Eine Tagung des Forschungsprojektes B11 „Synästhesie-Effekte:
Kinetische und farbliche Dimensionen des Films“
Konzept: Gertrud Koch, Robin Curtis, Marc Glöde
u.a. mit Raymond Bellour (Paris), Hinderk M. Emrich (Hannover), Malte
Hagener (Jena), Malcolm LeGrice (London), Susanne Marschall (Mainz),
Karl Schawelka (Weimar), Vivian Sobchack (Los Angeles), Daniel Stern
(Genf), Yuri Tsivian (Chicago), Joshua Yumibe (Chicago)
>Programminhalte
>Programmtagesablauf
Eine Tagung des Forschungsprojektes B11 „Synästhesie-Effekte:
Kinetische und farbliche Dimensionen des Films“
Konzept: Gertrud Koch, Robin Curtis, Marc Glöde
u.a. mit Raymond Bellour (Paris), Hinderk M. Emrich (Hannover), Malte
Hagener (Jena), Malcolm LeGrice (London), Susanne Marschall (Mainz),
Karl Schawelka (Weimar), Vivian Sobchack (Los Angeles), Daniel Stern
(Genf), Yuri Tsivian (Chicago), Joshua Yumibe (Chicago)
>Programminhalte
>Programmtagesablauf
14.4. Sonnabend
Hanseatenweg 10
19.00-20.00 Uhr
Studio
Hanseatenweg 10
19.00-20.00 Uhr
Studio
Matthew Barney: CREMASTER 5, 1997
Film, Format 35mm, Dolby SR
54:30 Minuten
Courtesy Gladstone Gallery, New York
Film, Format 35mm, Dolby SR
54:30 Minuten
Courtesy Gladstone Gallery, New York
15.4. Sonntag
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
18.4. Mittwoch
Hanseatenweg 10
18.00 Uhr
Treff Kasse
Hanseatenweg 10
18.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
20.-21.4. Freitag
und Sonnabend
Hanseatenweg 10
jeweils
10.00-19.00 Uhr
Clubraum
und Sonnabend
Hanseatenweg 10
jeweils
10.00-19.00 Uhr
Clubraum
Gordon Matta-Clark. Moment to Moment: Space
Eine internationale Tagung über den Architekten, den Skriptor, den
Filmemacher, den Photographen, den Choreographen, Koch und Künstler
Akademie der Künste, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Canadian
Centre for Architecture (CCA), Montréal, der Universität Zürich und der
École Supérieure de l‘Image, Angoulême
Konzept: Hubertus von Amelunxen, Philip Ursprung in Zusammenarbeit
mit Angela Lammert
u.a. mit Jane Crawford (The Estate of Gordon Matta-Clark, Weston),
Thomas Crow (The Getty Research Institute, L.A.), Hubert Damisch (Ecole
des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris), Corinne Diserens (Paris),
Peter Fend (Berlin), Dan Graham (New York), Pamela Lee (Stanford
University, Stanford), Gwendolyn Owens (CCA Montréal), Elisabeth
Sussman (Whitney Museum of American Art, New York), Mark Wigley
(Columbia University, New York)
Unterstützt von der Amerikanischen Botschaft Berlin
>Programminhalte
>Programmtagesablauf
Eine internationale Tagung über den Architekten, den Skriptor, den
Filmemacher, den Photographen, den Choreographen, Koch und Künstler
Akademie der Künste, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Canadian
Centre for Architecture (CCA), Montréal, der Universität Zürich und der
École Supérieure de l‘Image, Angoulême
Konzept: Hubertus von Amelunxen, Philip Ursprung in Zusammenarbeit
mit Angela Lammert
u.a. mit Jane Crawford (The Estate of Gordon Matta-Clark, Weston),
Thomas Crow (The Getty Research Institute, L.A.), Hubert Damisch (Ecole
des Hautes Etudes en Sciences Sociales, Paris), Corinne Diserens (Paris),
Peter Fend (Berlin), Dan Graham (New York), Pamela Lee (Stanford
University, Stanford), Gwendolyn Owens (CCA Montréal), Elisabeth
Sussman (Whitney Museum of American Art, New York), Mark Wigley
(Columbia University, New York)
Unterstützt von der Amerikanischen Botschaft Berlin
>Programminhalte
>Programmtagesablauf
22.4. Sonntag
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
Pariser Platz 4
11.00 Uhr
Treff Kasse
RAUM. Orte der Kunst
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Führung durch die Ausstellung. Mit Ausstellungsticket
Werner Hofmann (Hamburg):
Spielräume und Raumverstecke
Werner Hofmann, Mitglied der Sektion Bildende Kunst der Akademie und
langjähriger Direktor der Hamburger Kunsthalle, hat in seinen Ausstellun-
gen wie in seinen Publikationen immer wieder auf die Widersprüche, die
Bruchlinien und Gegenstimmen, die Haupt- und Nebenwege der Kunst-
geschichte hingewiesen. Insofern ist es nicht verwunderlich, dass er
seinem Vortrag den Titel „Spielräume und Raumverstecke“ gegeben hat.
Er spannt den Bogen vom zentralperspektivischen Kastenraum, wie er
etwa in den Stadtutopien des Quattrocento zu finden ist, über Degas‘
Verwirrung eines Scheinraumes des „offenen Fensters“ und Schwitters
Merzbau bis hin zum gegenwärtigen verfremdenden Umgang mit den
Vorbildern der Renaissance. Dieser findet sich für ihn auf drei Ebenen:
den geometrischen Puristen, den Erfindern von Raum- und Körpermeta-
phern und den labyrinthischen Erfahrungswegen ohne finale Belohnung.
Für diese letzte Raumvariante stehen Gregor Schneider, Jan De Cock
und Hans Schabus, deren für den Kontext von Schau-Ereignissen konzi-
pierte Raumkonstruktionen gleichermaßen Spielräume wie Raumver-
stecke sind.
Empfindungsräume – Zur synästhetischen Wahrnehmung
Bei dieser internationalen Tagung wird die durch diverse Medien ermög-
lichte intermodale Erfahrung im Mittelpunkt des Interesses stehen. In der
Synästhesie, hier als ästhetisches Phänomen verstanden, zeigt sich
vereinfachend gesagt eine Durchdringung der verschiedenen Sinne. Die
sonst häufig in einem Modell isolierter Wahrnehmung untersuchten Sinne
geraten bei diesem Fall in einen Austausch, wobei sich häufig die Frage
nach der Möglichkeit eines aktiven Erlernens jener Fähigkeiten stellt.
Gerade dieser Punkt ist für den Film von grundlegender Bedeutung und
hat besonders in den letzten Jahren für die Filmwissenschaft an Wichtigkeit
gewonnen – da Film immer multisensorisch ist, produziert er immer auch
eine multimodale Wahrnehmung.
Es geht darum zu untersuchen, welchen Einfluss der spezifische Raum
und die besonderen Rahmenbedingungen der Aufführung eines zeitba-
sierten Bildes auf solche mimetischen Prozesse haben. Dies gilt heute
nicht mehr nur für den Raum des Kinos, sondern bezieht sich auch auf
andere institutionelle Kontexte wie z.B. Ausstellungsräume, Galerien und
Museen, in denen spezifische Bedingungen das Verhältnis von Raum
und kinetischem Bild bestimmen und dabei das motorische Verhalten des
Rezipienten in besonderer Weise steuern. Es gilt dabei, das Kino und die
anderen Medien als besonderen Raum, als Schauplatz zu erkennen, an
dem eben diese sogenannte „metaphorische“ Synästhesie ausgebildet
wird.
Konzept: Gertrud Koch, Robin Curtis, Marc Glöde
Kontakt: rcurtis@zedat.fu-berlin.de
>Abstracts und Kurzbios
Bei dieser internationalen Tagung wird die durch diverse Medien ermög-
lichte intermodale Erfahrung im Mittelpunkt des Interesses stehen. In der
Synästhesie, hier als ästhetisches Phänomen verstanden, zeigt sich
vereinfachend gesagt eine Durchdringung der verschiedenen Sinne. Die
sonst häufig in einem Modell isolierter Wahrnehmung untersuchten Sinne
geraten bei diesem Fall in einen Austausch, wobei sich häufig die Frage
nach der Möglichkeit eines aktiven Erlernens jener Fähigkeiten stellt.
Gerade dieser Punkt ist für den Film von grundlegender Bedeutung und
hat besonders in den letzten Jahren für die Filmwissenschaft an Wichtigkeit
gewonnen – da Film immer multisensorisch ist, produziert er immer auch
eine multimodale Wahrnehmung.
Es geht darum zu untersuchen, welchen Einfluss der spezifische Raum
und die besonderen Rahmenbedingungen der Aufführung eines zeitba-
sierten Bildes auf solche mimetischen Prozesse haben. Dies gilt heute
nicht mehr nur für den Raum des Kinos, sondern bezieht sich auch auf
andere institutionelle Kontexte wie z.B. Ausstellungsräume, Galerien und
Museen, in denen spezifische Bedingungen das Verhältnis von Raum
und kinetischem Bild bestimmen und dabei das motorische Verhalten des
Rezipienten in besonderer Weise steuern. Es gilt dabei, das Kino und die
anderen Medien als besonderen Raum, als Schauplatz zu erkennen, an
dem eben diese sogenannte „metaphorische“ Synästhesie ausgebildet
wird.
Konzept: Gertrud Koch, Robin Curtis, Marc Glöde
Kontakt: rcurtis@zedat.fu-berlin.de
>Abstracts und Kurzbios
Gordon Matta-Clark. Moment to Moment: Space
Eine internationale Tagung über den Architekten, den Skriptor, den
Filmemacher, den Photographen, den Choreographen, Koch und Künstler.
Akademie der Künste, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Canadian
Centre for Architecture (CCA), Montréal, der Universität Zürich und der
Ecole Supérieure de l‘Image, Angoulême
Gordon Matta-Clark (1943 - 1978) war ein Stücke-Schreiber. Ob mit
Hammer, Pickel, Axt oder Kettensäge für die Häuser, ob mit Messer oder
Schere für die Cut Drawings, Bleistift, Farbstift oder Filzstift für die Zeich-
nungen, ob mit Fotoapparat oder Filmkamera, ob mit dem Kochtopf oder
mit Tinte – der Architekt und Künstler Gordon Matta-Clark schuf tatsächlich
kurzweilige Stücke, Raum-Stücke, Ton-Stücke, Schrift-Stücke, Tanz-Stücke,
Photo-Stücke, Film-Stücke. Als „räumliche Epiphanien“ bezeichnete
Richard Nonas die Interventionen von Gordon Matta-Clark.
Wie kaum ein anderer Künstler dachte und schuf Matta-Clark ephemere
Architekturen als Entwurf von gesellschaftlichen Möglichkeiten, als Durch-
dringungen des urbanen Raums und als Aufbau eines sozialen Gedächt-
nisses. Seine Kunst ist eine Arbeit der Vermittlung gewesen, innerhalb
der Künste und zwischen Kunst und Gesellschaft. Heute zählt Gordon
Matta-Clark zu den bedeutendsten Künstlern der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts.
Die Tagung wird Matta-Clark als einen „Übersetzer“ zwischen den sozialen,
den gebauten und gesetzten wie auch den imaginären Räumen der Schrift,
der Punktierungen und der Auslassungen würdigen. Entsprechend der Aus-
richtung der Akademie der Künste wird die Tagung die Fachgrenzen über-
schreiten und internationale Künstlerinnen und Künstler, Architektinnen und
Architekten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vereinen.
Konzept: Hubertus von Amelunxen, Philip Ursprung in Zusammenarbeit
mit Angela Lammert
Kontakt: tabbert@adk.de
>Seitenanfang
Eine internationale Tagung über den Architekten, den Skriptor, den
Filmemacher, den Photographen, den Choreographen, Koch und Künstler.
Akademie der Künste, Berlin, in Zusammenarbeit mit dem Canadian
Centre for Architecture (CCA), Montréal, der Universität Zürich und der
Ecole Supérieure de l‘Image, Angoulême
Gordon Matta-Clark (1943 - 1978) war ein Stücke-Schreiber. Ob mit
Hammer, Pickel, Axt oder Kettensäge für die Häuser, ob mit Messer oder
Schere für die Cut Drawings, Bleistift, Farbstift oder Filzstift für die Zeich-
nungen, ob mit Fotoapparat oder Filmkamera, ob mit dem Kochtopf oder
mit Tinte – der Architekt und Künstler Gordon Matta-Clark schuf tatsächlich
kurzweilige Stücke, Raum-Stücke, Ton-Stücke, Schrift-Stücke, Tanz-Stücke,
Photo-Stücke, Film-Stücke. Als „räumliche Epiphanien“ bezeichnete
Richard Nonas die Interventionen von Gordon Matta-Clark.
Wie kaum ein anderer Künstler dachte und schuf Matta-Clark ephemere
Architekturen als Entwurf von gesellschaftlichen Möglichkeiten, als Durch-
dringungen des urbanen Raums und als Aufbau eines sozialen Gedächt-
nisses. Seine Kunst ist eine Arbeit der Vermittlung gewesen, innerhalb
der Künste und zwischen Kunst und Gesellschaft. Heute zählt Gordon
Matta-Clark zu den bedeutendsten Künstlern der zweiten Hälfte des 20.
Jahrhunderts.
Die Tagung wird Matta-Clark als einen „Übersetzer“ zwischen den sozialen,
den gebauten und gesetzten wie auch den imaginären Räumen der Schrift,
der Punktierungen und der Auslassungen würdigen. Entsprechend der Aus-
richtung der Akademie der Künste wird die Tagung die Fachgrenzen über-
schreiten und internationale Künstlerinnen und Künstler, Architektinnen und
Architekten, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vereinen.
Konzept: Hubertus von Amelunxen, Philip Ursprung in Zusammenarbeit
mit Angela Lammert
Kontakt: tabbert@adk.de
>Seitenanfang
Empfindungsräume zur synästhetischen Wahrnehmung
Malcolm LeGrice (Paris)
Colour Abstraction – Painting – Film – Video – Digital Media
Gertrud Koch (Berlin)
Einführung
10.30-11.30 Uhr
Hinderk M. Emrich (Hannover)
Wahrnehmung und Empfindung in synästhetischen Welten –
Phänomenologie und Neurobiologie
Wahrnehmung und Empfindung in synästhetischen Welten –
Phänomenologie und Neurobiologie
11.30-12.00 Uhr
Pause
12.00-13.00 Uhr
Karl Schawelka (Weimar)
Synästhesie als Argument im paragone des Bauhauses
Synästhesie als Argument im paragone des Bauhauses
13.00-14.00 Uhr
Mittagspause
14.00-15.00 Uhr
Vivian Sobchack (Los Angeles)
The Dream (Ol)Factory: On Making Scents of Cinema
The Dream (Ol)Factory: On Making Scents of Cinema
15.00-16.00 Uhr
Joshua Yumibe (Chicago)
Harmonious Sensations of Sounds by Means of Colors :
Vernacular Color Abstractions in Silent Cinema
Harmonious Sensations of Sounds by Means of Colors :
Vernacular Color Abstractions in Silent Cinema
16.00-16.30 Uhr
Pause
16.30-17.30 Uhr
Yuri Tsivian (Chicago)
Eurhythmics, Synaesthesia and Universal Language:
Lintsbach‘s Project Rediscovereda
Eurhythmics, Synaesthesia and Universal Language:
Lintsbach‘s Project Rediscovereda
Daniel Stern (Genf)
Intermodality as the basis for understanding other human beings
11.30-12.30 Uhr
Raymond Bellour (Paris)
Daniel Stern and the Film Shot
Daniel Stern and the Film Shot
12.30-13.30 Uhr
Mittagspause
13.30-14.30 Uhr
Robin Curtis (Berlin)
Movement, Rhythm, Immersiont
Movement, Rhythm, Immersiont
14.30-15.30 Uhr
Malte Hagener (Jena)
Wohin gehen, wohin sehen?
Raum und multiple Bildschirme in der begehbaren Mehrkanalinstallation
Wohin gehen, wohin sehen?
Raum und multiple Bildschirme in der begehbaren Mehrkanalinstallation
15.30-16.00 Uhr
Pause
16.00-17.00 Uhr
Marc Glöde (Berlin)
Farblichträume: Heterotopien synästhetischer Wahrnehmung
Farblichträume: Heterotopien synästhetischer Wahrnehmung
17.00-18.00 Uhr
Susanne Marschall (Mainz)
Fließende Farben – tanzendes Licht. Emotionale Raumgestaltung im Film
Fließende Farben – tanzendes Licht. Emotionale Raumgestaltung im Film
Gordon Matta-Clark. Moment to Moment: Space
Eröffnungsreden - Inaugural Talks
Hubertus von Amelunxen (Ecole europeénne supérieure de l‘image,
Angoulême / Poitiers)
Eröffnungsreden - Inaugural Talks
Hubertus von Amelunxen (Ecole europeénne supérieure de l‘image,
Angoulême / Poitiers)
10.10 Uhr
Peter R. Claussen (Kulturattaché der amerikanischen Botschaft
- Cultural Attaché of the Embassy of the United States of America)
- Cultural Attaché of the Embassy of the United States of America)
10.20 Uhr
Philip Ursprung (Universität Zürich)
Inscriptions – Matta-Clark – Spacing Scripture
Inscriptions – Matta-Clark – Spacing Scripture
10.30-11.30 Uhr
Pamela Lee (Stanford University, Stanford)
Matta-Clark: Other Spaces
Matta-Clark: Other Spaces
11.30-12.30 Uhr
Mark Wigley (Columbia University, New York)
Anarchitecture 101
Anarchitecture 101
13.00-15.00 Uhr
Mittagspause - lunchbreak
15.00-16.00 Uhr
Jane Crawford (The Estate of Gordon Matta-Clark, Weston)
Matta-Clark: Mauerfilm – Eine Neuentdeckung
Matta-Clark: Mauerfilm – Eine Neuentdeckung
16.00-17.00 Uhr
Corinne Diserens (Paris)
City Slivers
City Slivers
17.00-17.30 Uhr
Pause - coffeebreak
17.30-18.30 Uhr
Podiumsgespräch - The Burden of Translation
Participants: Pamela Lee, Mark Wigley, Jane Crawford and Corinne Diserens.
Participants: Pamela Lee, Mark Wigley, Jane Crawford and Corinne Diserens.
Exhibiting Space
Gwendolyn Owens (Canadian Centre for Architecture, Montréal)
Schooling for Scandal: What Gordon Matta learned from the Earth Art
exhibition at Cornell University
11.00-12.00 Uhr
Elisabeth Sussman (Whitney Museum of American Art, New York)
Invention and Presentation Then and Now: Gordon Matta-Clark
Invention and Presentation Then and Now: Gordon Matta-Clark
12.00-13.00 Uhr
Angela Lammert (Akademie der Künste, Berlin)
Matta-Clark in the exhibition "Raum. Orte der Kunst"
Matta-Clark in the exhibition "Raum. Orte der Kunst"
13.00-14.30 Uhr
Mittagspause - lunchbreak
Spacing the Archive – Fragmenting Space – Performing Space
Spacing the Archive – Fragmenting Space – Performing Space
14.30-15.30 Uhr
Tour in the exhibition "Raum. Orte der Kunst",
Venue: Hanseatenweg 10
Venue: Hanseatenweg 10
15.30-16.30 Uhr
Dan Graham (New York)
Matta-Clark as South American and North American Artist / Architect in Relation
to his Influences by Architects and Artists who Influenced Him
Matta-Clark as South American and North American Artist / Architect in Relation
to his Influences by Architects and Artists who Influenced Him
16.30-17.30 Uhr
Peter Fend (Berlin)
Structures Intended by Matta-Clark to be Test-Built, from 1978 on:
An Attempt to Fulfill Initiatives from Russian Constructivism
Structures Intended by Matta-Clark to be Test-Built, from 1978 on:
An Attempt to Fulfill Initiatives from Russian Constructivism
17.30 Uhr
Raymond Bellour
Daniel Stern and the Film Shot
Die Präsentation ist der Versuch einige der theoretischen Ansätze zu präzi-
sieren, die ich hinsichtlich filmischer Emotionen entwickelt habe und die zum
größten Teil durch die Arbeiten von Daniel Stern und insbesondere seinem
Buch The Interpersonal World of the Infant ("Le depli des émotions", Trafic
n° 43, Herbst 2002) inspiriert wurden. Mir geht es darum zu untersuchen
wie und bis zu welchem Grad sich die Wahrnehmung eines Moments, wie sie
Stern in seinem jüngsten Buch (The Present Moment in Psychotherapy and
Everyday Life, Norton, New York, 2004) versteht, mit der Realität der filmischen
Einstellung überschneidet, und somit zu Einsichten bezüglich deren Realität
beiträgt.
Eine kurze Sequenz aus dem Film MENSCHEN AM SONNTAG (1929) wird
in diesem Zusammenhang als Beispiel dienen.
Raymond Bellour: Geboren 1939 in Lyon. Studium der Literatur- und
Sprachwissenschaft. Danach einige Jahre am Konservatorium und Theater-
kritiker (Tageszeitungen, lokale Wochenzeitschriften, sowie für Cinéma und
Lettres Françaises). Erstes Buch zum Thema Film (Alexandre Astruc, 1963),
erstes Buch zum Thema Literatur (Henri Michaux, 1965). Forschung am CNRS
seit 1964. 1979 Doktorarbeit (zum Thema "Filmanalyse" – wird noch im selben
Jahr publiziert). Seit Anfang der Achtziger Jahre wachsendes Interesse an
Video- und Fototechnik, sowie (verschiedenartige) Bildformen. Zu seinen
Publikationen zählen: Passages de l‘image (zur Ausstellung, 1989). L‘Entre
Images (1990). Jean-Luc Godard: Son+Image (1992), L‘Entre-Images 2, 1999.
Ausstellungen: States of Images: Instants and Intervals im Jahr 2005 und
Thierry Kuntzel: Lumières du temps 2006. Gemeinsam mit Serge Daney
gründet er 1992 die Filmzeitschrift Trafic. Zwei Ausgaben mit persönlichen
Werken: Oubli (1992), Partages de l‘ombre (2002). (Kleine) Rückkehr zu den
Werken der Schwestern Brontë (neben anderen Forschungen zu Romantik,
Literatur und Film – ein Essay zu Mademoiselle Guillotine von Dumas, 1990).
(Große) Rückkehr zu Michaux : Schriften und Malerei, Gestaltung der
Pléiade-Edition mit Ysé Tran (Bd. I, 1998, Bd. 2001, Bd. III, 2004).
Robin Curtis
Movement, Rhythm, Immersion
Die langjährige Erforschung intermodaler bzw. multimodaler Aspekte der
Wahrnehmung durch Neurologen und Psychologen (Werner, Kohler, Marks,
Emrich) kann als Basis für die Untersuchung kinetischer Affizierung dienen,
die durch das bewegte Bild hervorgerufen werden kann. Diese vermag zum
Teil unerwartete bzw. überraschend kraftvolle, beinah viszerale Spuren im
Körper des Zuschauers zu hinterlassen. Schon 1965 bemerkte Ivo Kohler zur
Filmrezeption, dass „das Fehlen kinästhetischer Nachrichten über eigene
Bewegung in solchen Fällen erstaunlich wenig ausmacht“. Dieser Vortrag,
bietet einen Einblick in meine Entwicklung einer Theorie der Immersion.
Robin Curtis: Geboren in Toronto. Studium der Cinema Studies, German
Language and Literature in Toronto, sowie Nordamerikanistik und Theater-
wissenschaft in Berlin. Filmemacherin, Kuratorin (z.B. Sonderprogramm „Out
of Time“ Oberhausen 2001, Werkleitz Biennale, 2002) und Medienwissen-
schaftlerin. Wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Freien Universität Berlin
im Sonderforschungsbereich „Kulturen des Performativen“ im Projekt
„Synästhesie-Effekte: Kinetische und farbliche Dimensionen des Films“.
Promotion 2003 an der Freien Universität Berlin. Publikationen: Conscientious
Viscerality: The Autobiographical Stance in German Film and Video, Edition
Imorde, 2006. Mitherausgeberin von Einfühlung – Zu Geschichte und Gegen-
wart eines ästhetischen Konzepts. Fink Verlag, 2007. Habilitation zum Thema
"Towards a Theory of Filmic Immersion". Mitherausgeberin der Zeitschrift
montage/av und des elektronischen Magazins nachdemfilm.de. Zahlreiche
Publikationen zur Emotionalität des bewegten Bildes, zur viszeralen
ästhetischen Erfahrung, medialer Erinnerung und zur filmischen Avantgarde.
Email: rcurtis@zedat.fu-berlin.de
Website:
www.geisteswissenschaften.fu-berlin.de/lehrende/mitarbeiter/personal_sfbk
Hinderk M. Emrich
Wahrnehmung und Empfindung in synästhetischen Welten –
Phänomenologie und Neurobiologie
Synästhetische Wahrnehmung ist bei besonderen Menschen eine qualitative
Variante perzeptueller Prozesse, die dazu führt, dass interne Hyperobjekte
entstehen, die integrativ aus Wahrnehmungsdimensionen bestehen, welche
bei anderen Personen nicht vorhanden sind. Dadurch entstehen subjektive
hermetische Eigenwelten, die für andere Personen intersubjektiv schwer
nachvollziehbar sind. Es gibt sowohl "genuine Synästhesien", die eine "fest
Koppelung" verschiedener Sinne aufweisen, als auch metaphorische Syn-
ästhesien mit variablen Koppelungen. Über die Phänomenologie und Neuro-
biologie dieser Synästhesien wird berichtet.
Hinderk M. Emrich ist Arzt und Professor für Neurologie und Psychiatrie /
Klinische Pharmakologie, Psychotherapeut, Psychoanalytiker. Habilitation
1972 an der Technischen Universität Berlin für das Fach >Molekulare Neuro-
biologie<. 1987 Habilitation für das Fach >Psychiatrie< an der LMU München.
Seit 1992 Leiter der Abteilung Klinische Psychiatrie und Psychotherapie an
der Medizinischen Hochschule Hannover. Lehrauftrag an der Deutschen
Akademie für Film und Fernsehen. Promotion in Philosophie 1999.
Venia legendi für Philosophie in der Universität Hannover seit 2002.
Marc Glöde
Farblichträume: Heterotopien synästhetischer Wahrnehmung
Die Frage eines Zusammenspiels von psychologischen und physiologischen
Wirkungsdynamiken der Farbe im Film hat im Verlauf der letzten Jahre zu
einem verstärkten Interesse an synästhetischen Ansätzen in der Filmwissen-
schaft geführt. Dieser Diskurs um eine synästhetische Wahrnehmung im Film,
wurde jedoch nicht erst im Kontext einer Wiederentdeckung multimodaler
Rezeption durch neuere neurobiologische oder phänomenologische Ansätze
adressiert. Vielmehr wurde bereits in den frühen Jahren des Films von Seiten
der Kunstgeschichte (Huntington, Schamoni) oder der Medizin (Argelander)
insbesondere im Zusammenhang früher Avantgardepositionen auf die syn-
ästhetische Kapazität des Films hingewiesen. Während die Auseinander-
setzung sich sowohl in den gegenwärtigen als auch in den historischen
Ansätzen vor allem aber auf die Frage einer sich überschneidenden Rezeption
von Farbe und Musik konzentrierte, geriet ein anderer, in diesem Zusammen-
hang jedoch entscheidender Faktor fast nie ins Blickfeld: der Raum.
Räume synästhetischer Wahrnehmung waren immer auch besondere/andere
Räume im Sinne von Foucaults Idee einer Heterotopie. Sie waren Widerlager
zu den Orten des Alltags, wie ebenso Widerlager einer alltäglichen Wahr-
nehmung. Dieser Vortrag versucht zu zeigen, wie sich der Film in diesem Sinn
sowohl in die Tradition anderer Farblichträume wie der Kathedrale, dem Feuer-
werk oder dem Theater stellt. Darüber hinaus weist er aber ebenso starke
Bezüge zu den synästhetischen Fragestellungen der Malerei auf. Durch die
Fusionierung dieser Diskurse wird der Film somit zu einem Ort an dem sich
das Verhältnis von Subjekt, Technik und Wahrnehmungsfragen neu ausloten
kann und dynamisiert.
Marc Glöde, geboren in Aachen. Studierte Theaterwissenschaft, Niederlän-
dische Philologie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Berlin. Seit 2002
wissenschaftlicher Mitarbeiter am SFB ’Kulturen des Performativen’ im Projekt
„Synästhesie-Effekte: Kinetische und farbliche Dimensionen des Films“ (FU
Berlin). Leiter mehrerer Filmfestivals zum Thema ’Film und Architektur’ (Berlin,
Los Angeles, London und New York), sowie Kurator verschiedener Filmreihen
zum Thema ‚Film/Kunst’ (Berlin, Bangalore, Delhi). Zahlreiche Veröffentlich-
ungen zu den Forschungsschwerpunkten. Darüber hinaus Kurator verschie-
dener Ausstellungen, wie zuletzt „What a Great Space You Have...” in der Luxe
Gallery, New York und „The Art of Projection” im Museum Hamburger Bahnhof,
Berlin. Zurzeit beendet er seine Dissertation zum Thema ’Farbige Räume:
filmische Manifestationen einer Veränderung des Raumdenkens’. Mitheraus-
geber von: Igor Mischiyev - Multi Story Car Park (Verlag der Kunst, 2002).
Malte Hagener
Wohin gehen, wohin sehen?
Raum und multiple Bildschirme in der begehbaren Mehrkanalinstallation
Im Zwischenraum von (Experimental-)Film, Galerie und Festival differenziert
sich seit geraumer Zeit das Dispositiv der „kinematographischen Installation”
(Juliane Rebentisch) aus, das als begehbare Mehrkanalinstallation scheinbar
so etwas wie eine klassische Form ausgebildet hat. In meinem Vortrag möchte
ich zwei Fragen nachgehen: zum einen nach der deiktischen Orientierung der
Zuschauer im Raum der Installation. Anders als im herkömmlichen Kino, in dem
der Betrachter auf einem Platz verankert ist und die räumliche Ordnung sich
über das Zusammenspiel von Einstellungen, Blicken und Montage entfaltet,
bietet die Installation einen begehbaren Raum, der in vielfältiger Weise durch
die Bewegung der Zuschauer dynamisiert wird. Die zweite Frage bezieht sich
auf die Bilder, die nun nicht mehr allein nach dem Prinzip der Sukzession, wie
bei allen Formen der Laufbilder, abfolgen, sondern auch dem Prinzip der Konti-
guität unterliegen. Ein einzelnes Bild oder eine einzelne Einstellung geht nicht
mehr allein eine Beziehung zur vorherigen und zur folgenden ein, sondern auch
transversale zu den jeweils anderen Bildschirmen wie auch zum Ton, der oft
entscheidend zur Kohärenz beiträgt. Welche Rezeptionsformen fordern diese
Dispositive von ihren Betrachtern und – umgekehrt – welche spezifischen ästhe-
tischen Formen bieten diese Installationen an, um ihre Zuschauer zu binden?
Malte Hagener, geb. 1971 in Hamburg. Studium der Medien- und Literatur-
wissenschaft in Hamburg, Norwich und Amsterdam, dort auch Promotion im
Sommer 2005 mit einer Arbeit zur europäischen Filmavantgarde der 20er und
30er Jahre (Moving Forward, Looking Back. The European Avantgarde and the
Invention of Film Culture, 1919-1939, Amsterdam University Press 2007). Texte
zur deutschen und europäischen Filmgeschichte. Herausgeber von Als die
Filme singen lernten: Innovation und Tradition im Musikfilm 1928ˆ38 (München:
edition text+kritik 1999; mit Jan Hans), Geschlecht in Fesseln. Sexualität
zwischen Aufklärung und Ausbeutung im Weimarer Kino (München: edition
text+kritik 2000), Film: An International Bibliography (Stuttgart, Weimar: Metzler
2002; mit Michael Töteberg), Die Spur durch den Spiegel. Der Film in der Kultur
der Moderne (Berlin: Bertz 2004; mit Johann N. Schmidt und Michael Wedel),
Cinephilia: Movies, Love and Memory (Amsterdam: Amsterdam University
Press 2005; mit Marijke de Valck). Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Malcolm LeGrice
Colour Abstraction – Painting – Film – Video – Digital Media
Die Isolierung der Farbe als ein Thema in der Kunst ist untrennbar verbunden
mit der historischen Entwicklung der Abstraktion. Die abstrakte Form der
visuellen, zeitbasierten Künste – Film, Video oder digital produziert – ist
ästhetisch in einer Kontinuität zu sehen mit der Abstraktion in der Malerei
welche mit dem Impressionismus begann.
Subjektivität und Sensibilität
Warum über Kunst schreiben? Kunstwerke funktionieren innerhalb ihrer
eigenen Diskurse und benötigen keine Übersetzung um eine Bedeutung zu
erhalten. Es ist gerade für Künstler besonders schwer über Kunst zu schreiben -
wir sind unvermeidlich Subjektiv, und beziehen uns ständig auf unsere idiosyn-
kratischen Erfahrungen als Praktiker. Zudem wird dem Schreiben oftmals ein
höherer Status in der Hierarchie des Wissens eingeräumt als ihm eigentlich
gebührt. Dem entgegentretend möchte ich behaupten, dass theoretische
Schriften hier nicht als eine Art Metatext gesehen werden sollten, sondern als
eine Art Erfahrung in einem parallelen Diskurs. Als solche, kann sie zwar einige
Überschneidungen mit dem Kunstwerk selbst haben, ja sogar einige generelle
Konzepte desselbigen erläutern, aber darüber hinaus vor allem auch als ein
Stimulus für kreative Spekulationen dienen. Es sollte nie als Erklärung dienen
welche die kontinuierlichen lebendigen Unwägbarkeiten der künstlerischen
Erfahrung zu ersetzen trachtet.
Geboren im Mai 1940, startete Malcolm Le Grice seine künstlerische Laufbahn
zunächst als Maler bevor er Mitte der 1960er Jahre mit Film und Computer-
arbeiten begann. Seitdem sind seine Arbeiten regelmäßig auf internationalen
Filmfestivals in Europa und den USA vertreten gewesen. Darüber hinaus waren
seine Arbeiten auch im Kunstkontext sehr präsent und auf Austellungen wie der
Paris Biennale No.8, Arte Inglese Oggi, Milan, Une Histoire du Cinema, Paris,
Documenta 6, Kassel, X-Screen am Museum für Moderne Kunst, Wien und
Behind the Facts in der Fondacion Joan Miro, Barcelona zu sehen. Seine
Arbeiten wurden im Museum of Modern Art, New York, dem Louvre Museum in
Paris und der Tate Modern sowie Tate Britain in London präsentiert. Die
Arbeiten sind fester Bestandteil verschiedener Sammlungen wie beispielsweise
dem Centre Georges Pompidou, Paris; dem Royal Belgian Film Archive,
Brussels; der National Film Library of Australia, Canberra; dem Archiv der
Freunde der Deutschen Kinemarthek, Berlin; dem Canadian Distribution Centre,
Montreal und dem Archives du Film Experimental D‘Avignon. Einige seiner
Langfilme wie ’Finnegans Chin’, ’Sketches for a Sensual Philosophy’ and
’Chronos Fragmented’ wurden im britischen Fernsehen ausgestrahlt. Seit den
1980er Jahren sind seine Arbeiten hauptsächlich im Bereich Video und Digital
Media angesiedelt welche Videoarbeiten mit Mehrfachprojektionen wie ’The
Cyclops Cycle’ oder ’Treatise’ einschließen.
Darüber hinaus produzierte Le Grice ein umfangreiches Werk an kritischen
und theoretischen Schriften u.a. eine Geschichte des Experimentalfilms ’Abstract
Film and Beyond’ (1977, Studio Vista und MIT). Über drei Jahre schrieb er eine
regelmäßige Kolumne für das monatlich erscheinende Kunstmagazin Studio
International und publizierte darüber hinaus eine Vielzahl an Artikeln über Film,
Video und Digital Media. Ein größerer Teil dieser Schriften wurde jüngst vom
British Film Institute gesammelt unter dem Titel ’Experimental Cinema in the
Digital Age’ (2001) veröffentlicht.
Susanne Marschall
Fließende Farben – tanzendes Licht. Emotionale Raumgestaltung im Film
Zu den formal-ästhetischen Gestaltungstraditionen des filmischen Raums, die
mit einer besonderen emotionalen Ausdruckskraft versehen sind, gehört dessen
visuelle Entmaterialisierung. Tanzendes Licht und fließende Farben entgrenzen
den filmischen Raum auf der Leinwand, verwandeln ihn in einen – mit Edgar
Morin gesprochen – „fluiden” Raum. Je ausgereifter die Farbfilmtechnik im
Verlauf der Filmgeschichte wurde, desto gewagter erschienen die Experimente,
die mit dem architektonisch gebauten Set auf dem Weg zu einem nicht mehr
greifbaren, zweidimensionalen Bild-Raum auf der Leinwand angestellt wurden.
Dem visuell entmaterialisierten Raum stehen Rauminszenierungen gegenüber,
in denen Farben und Licht Oberflächen verschließen, Kanten schärfen und den
Raum optisch wie einen Kokon um die Figuren zusammenziehen. Ob im vira-
gierten Stummfilm, in den Hochglanzproduktionen in Technicolor oder im
aktuellen Kinofilm – die Erscheinungsweisen von Farben und Licht konstitu-
ierten den filmischen Raum immer auf entscheidende Weise. Beispielhaft sei
hier an die Schlusssequenz von Shekhar Kapurs Historienfilm Elizabeth (1998)
zu erinnern: Während der Verwandlung der Königin „in eine Jungfrau” friert der
Raum durch die schleichende Zunahme kalter Farben regelrecht ein. Der Vor-
trag Fließende Farben – tanzendes Licht. Emotionale Raumgestaltung im Film
untersucht die durch bildgestalterische Finessen suggerierten, synästhetischen
Wirkungen des filmischen Raums anhand ausgewählter Beispiele des inter-
nationalen Kinos.
Susanne Marschall (*1963), Akademische Rätin am Institut für Filmwissenschaft
der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Konzeption und Realisation des
Medienhauses der Universität. Sprecherin der Sektion Bild im Interdisziplinären
Forschungszentrum Neurowissenschaften. Sprecherin des IAK Medienwissen-
schaften. Gutachterin beim DAAD. 2003: Lehrpreis. 2005: Habilitation mit dem
Thema Farbe im Kino (veröffentlich bei Schüren in Marburg, 2005). Zahlreiche
Publikationen: 3 Monografien (Magisterarbeit, Promotion, Habilitation), 6 Her-
ausgeberschaften (weitere in Vorbereitung), 32 Aufsätze und Zeitschriftenartikel
(weitere im Druck), 34 Lexikonartikel.
Aktuelle Forschungsinteressen: Filmtheorie und Bildwissenschaft; Intermedialität
der Künste: Film und Malerei; Bildkomposition; Farbwahrnehmung, Farbge-
staltung und Farb-Klang-Beziehungen; Raum und Zeit im Kino; Materialästhetik
der Künste; Filmische Bild- und Tonsymbolik im interkulturellen Kontext;
Indisches Kino; Filmkomödie; Erzählexperimente; Hypermedien.
Karl Schawelka
Synästhesie als Argument im paragone des Bauhauses
Bekanntlich können unsere Sinne trügen und sie tun dies insbesondere bei
der Betrachtung visueller Medien. Bei einem Bild genügt es in der Regel, wenn
wir uns vor ihm bewegen, um zu erkennen, dass man das dargestellte Obst
nicht verzehren, mit dem dargestellten Geld nicht bezahlen oder sich mit der
dargestellten Waffe nicht verteidigen kann. In der Wahrnehmung nehmen wir
so etwas wie eine interne Konsistenzprüfung vor, um widersprüchliche Infor-
mationen aufzulösen. Sie besteht im Abgleich der Wirklichkeitskonstruktionen
verschiedener Sinnesmodalitäten oder –submodalitäten. Deshalb sind wir uns
vor einem Bild so gut wie immer sicher, dass wir es nur mit einem Bild zu tun
haben, bzw. gibt es Grenzen bei der Glaubwürdigkeit visueller Medien. Die
Körpersinne, der Muskeltonus oder das vestibuläre System sagen uns, dass wir
uns in unserem Wohnzimmer auf dem Sofa befinden, auch wenn im Fernsehen
gerade die Verfolgungsjagd aus „Bullit“ läuft. Wegen der erwähnten Konsis-
tenzprüfung können wir zwischen der Virtualität, die nur von Teilen der Wahr-
nehmung insinuiert wird, während andere ihr widersprechen, und der „wirk-
lichen Wirklichkeit“ unterscheiden und sind bei ersterer weniger involviert.
Gleichwohl gibt es das Bestreben, die Grenzen eines Mediums zu verschieben,
so dass wir zumindest zeitweise vergessen, auf welchem Boden der Tatsachen
wir uns mit unserem Körper befinden. So galt es zu Zeiten als höchstes Lob,
wenn einem bei Betrachtung einer Schneelandschaft kühl wird oder man bei
einem gemalten Pferd meint, es riechen zu können. Insofern können synäs-
thetische Empfindungen beim Betrachter als so etwas wie ein Erfolg bei der
Illusionierung einer virtuellen Realität gelten.
Aber auch der Begriff des tableau-objet bezieht sich auf das Bestreben, die
Virtualität aus der Kunst zu verbannen und die konkrete Dinglichkeit der Werke
als einen festen Bestandteil der „wirklichen Wirklichkeit“ zu behandeln. Am
Bauhaus nun hat man sich intensiv mit den damals neuen Medien auseinander-
gesetzt und sie in einer Art Neuauflage des paragone hinsichtlich ihrer Tauglich-
keit für das, was man als legitime zeitgemäße künstlerische Äußerungen ansah,
diskutiert. Die Synästhesie erhielt besondere Bedeutung, denn für Kandinsky,
Klee und andere erweist sich der Rang eines Werks daran, dass es die Konsis-
tenzprüfung des Tastsinns unterläuft und zu „immateriellen“ Wahrnehmungen
führt, von denen uns der Verstand sagt, dass wir sie „eigentlich“ nicht haben
sollten. Da es vor allem bei der Farbe die erwähnte interne Konsistenzprüfung
nur ansatzweise gibt, denn sie tritt nur bei einer Sinnesmodalität auf, bildet sie
so etwas wie den Königsweg, um den Kunstcharakter der Werke zu gewähr-
leisten.
Karl Schawelka (*1944) hat zunächst Malerei studiert, ehe er sich der Kunst-
geschichte zuwandte. Nach Promotion und Habilitation in München und weite-
ren Stationen in Erlangen und Kassel vertritt er seit 1993 an der Bauhaus-
Universität Weimar das Lehrgebiet „Geschichte und Theorie der Kunst“. Seine
Forschungsschwerpunkte sind: Zeitgenössische Kunst, Kunstwisenschaft und
Kunsttheorie, insbesondere Wahrnehmungslehre und Theorie der Farbe. Seit
2002 ist er erster Vorsitzender des Deutschen Farbenzentrums e.V.
Einige neuere Aufsätze: "Showing Pink – Biological Aspects of the Color Pink",
in: Barbara Nemitz (Hrsg.) Pink: the Exposed Color in Contemporary Art and
Culture, Ostfildern 2006, S. 42-53. „Gesten und Metaphern, in: Kritische Ästhetik
und humane Gestaltung“. Festschrift für Olaf Weber zum 60. Geburtstag, hrsg.
von Gerhard Schweppenhäuser und Gerd Zimmermann, Weimar 2005, S. 114-
132. „Berührungsmagie und die Inszenierung der Sache selbst“, in Ausst. Kat.
El objeto mismo, cuatro propostas, Valencia 2004, S. 97-107. Span. Übersetz-
ung: Magia del tacto y la escenificación del objeto mismo (Übers. Marta Koller),
ibid. S. 14-29. Gegenwärtig befasst er sich mit einem Aufsatz zu "Kunst und
Wunder"
Vivian Sobchack
The Dream (Ol)Factory: On Making Scents of Cinema
Es mag nicht unmittelbar einleuchten zu sagen wir würden einen Film "riechen",
auch wenn es umgangssprachlich durchaus gebräuchlich ist zu sagen ein Film
war „stinkend langweilig“. Kann man überhaupt ernsthaft vorschlagen, dass ein
Film ein „Aroma“ habe? Ausgehend von Tom Tykwers aktuellem Film Das
Parfum: Die Geschichte eines Mörders als meinem Leittext, wie ebenso dem
diesen Film begleitenden öffentlichen Diskurs, wird diese Präsentation das
„Problem“ des Geruchs und wie es sich zum Kino verhält thematisch adress-
ieren. Wenn die Sinne, folgt man der phänomenologische Perspektive Merleau-
Pontys, sich gegenseitig durchdringen, und uns trotzdem eine Welt in unter-
schiedlichen, wenn auch zusammenwirkenden Modalitäten eröffnet, warum
besteht dann auf der einen Seite wenig Widerstand gegenüber einem visuellen
Fühlen einer „Textur“, während demgegenüber ein visuelles erfassen der Ger-
üche auf der Leinwand sehr schwierig, wenn nicht gar unmöglich erscheint?
Die Antwort auf diese Frage ist komplex: sie entsteht nicht nur aus einem syn-
ästhetischen Zusammenspiel der Sinne in einem lebenden Körper, der immer
auch gleich metaphorisch ist, sondern ebenso aus einem hierarchischen Ver-
hältnis der Sinne wie wir es uns angeeignet haben.
Vivian Sobchack ist Professor am Department Film, Television, and Digital
Media sowie ehemaliger Associate Dean der UCLA School of Theater, Film and
Television. Sie war die erste gewählte weibliche Präsidentin der Society for
Cinema and Media Studies und ist Mitglied des Board of Directors of the Ameri-
can Film Institute. Ihre Essays wurden in zahlreichen Anthologien und Magazi-
nen wie beispielsweise Film Quarterly, Film Comment, Quarterly Review of Film
and Video, Artforum International, oder camera obscura veröffentlicht. Ihre be-
kanntesten Buchpublikationen sind The Address Of The Eye: A Phenomenology
Of Film Experience (Princeton University Press, 1992), Screening Space: The
American Science Fiction Film (Rutgers University Press, 1997), und jüngst
erschienen Carnal Thoughts: Embodiment And Moving Image Culture (Univer-
sity of California Press, 2004). Darüber hinaus war sie ebenso die Herausge-
berin zweier Anthologien: The Persistence Of History: Cinema, Television And
The Modern Event (Routledge, 1996) und Meta-Morphing: Visual Transformation
And The Culture Of Quick Change (University of Minnesota Press, 2000).
Daniel Stern
Intermodality as the basis for understanding other human beings
In meinem Vortrag geht es mir darum die Natur und die Entwicklung einer Inter-
modalität in den ersten Lebensjahren eines Menschen zu beschreiben. Dabei
wird eine besondere Betonung auf den Aspekten der Imitation, der Intermoda-
lität und der Empathie liegen. Es geht mir dabei darum Intermodalität als die
essentielle Kapazität des Menschen zu begreifen, welche notwendig ist um
menschliches Leben zu verstehen.
Daniel Stern ist gegenwärtig Professeur Honoraire an der Faculté de Psycho-
logie, Université de Genève; außerordentlicher Professor am Department of
Psychiatry, Cornell University Medical School - New York Hospital; und Lecturer
am Center for Psychoanalysis der Columbia University.
Seine Ausbildungsstationen waren die Harvard University (1956), das Albert
Einstein College of Medicine (1960), das Bellvue Hospital, N.Y. (1962), das
National Institute of Health (1964), das New York Psychiatric Institute and Pres-
byterian Hospital, Columbia University (1967) und das Columbia Psychoanalytic
Center (1972). Seit mehr als dreißig Jahren arbeitet er an den Schnittstellen von
wissenschaftlicher Forschung und Praxis, von Entwicklungspsychologie und
psychodynamischer Psychotherapie, von Beobachtungs- und Experimentations-
Studien des Kleinkinds und klinischer Rekonstruktion frühkindlicher Erfahrung,
sowie von zwischenmenschlichen und innerpsychischen Perspektiven. Diese
Arbeit hatte vor allem die verbindende und integrierende Funktion hinsichtlich
eines tieferen gegenseitigen Verständnisses von klinischer Theorie, Praxis und
Entwicklung.
Er ist der Autor zahlreicher Bücher von denen die meisten in mehr als zehn
Sprachen übersetzt wurden: The First Relationship: infant and mother (Harvard
University Press, 1977); The Interpersonal World of the Infant: A view from psy-
choanalysis and developmental psychology (Basic Books, 1985); The Journal
of a Baby (Basic Books, 1990); The Motherhood Constellation: a unifying view
of parent-infant psychotherapies (Basic Books, 1995); The Birth of a Mother
(zusammen mit Nadia Bruschweiler-Stern, Basic Books, 1997) und The Present
Moment in Psychotherapy and Everyday Life (W.W. Norton and Odile Jacob,
2003). Darüber hinaus ist er der Autor zahlreicher Artikel und Beiträge.
Prof. Stern wurde mit der Ehrendoktorwürde der Universität Kopenhagen,
Dänemark, der Universität Mons Hinault, Belgien, und der Universität von
Palermo, Italien ausgezeichnet.
Yuri Tsivian
Eurhythmics, Synesthesia and Universal Language:
Lintsbach‘s Project Rediscoved
Dieser Vortrag handelt von dem fast vergessenen Projekt einer "philosoph-
ischen Sprache", die im Jahr 1916 von dem russisch-lettischen Mathematiker
und Linguisten Jacob Lintsbakh (1874-1953) entwickelt wurde. Sie wurde erst
vor kurzem wieder entdeckt und kann durchaus als Vorläufer von moderner
Computerwissenschaft und einem Interface-Design gelten. Als eine relativ be-
kannte Figur der Jahrhundertwende neben anderen Positionen und Erfindern
von internationalen Sprachen wie Esperanto und Volapuc, schlug Lintsbakh
jedoch das Model einer künstlichen Sprache der Zukunft vor, welches sich sehr
von den Vorschlägen jener anderen ‚Linguistik-Ingenieure’ unterschied. Anstatt
den üblichen (und praktischen) Weg einzuschlagen die künstliche Sprache als
simplifiziertes, analoges Skelett einer natürlichen Sprache zu sehen, entschied
sich Lintsbakh für die entgegengesetzte (und in den Augen seiner Zeitgeno-
ssen völlig unpraktische) Option – etwas das wir heute als eine Art „Multimedia“
Lösung sehen würden. In seiner utopistischen Vision muss die universelle
Sprache der Zukunft die Form eines multiformalen, semiotischen Systems
annehmen, das dazu in der Lage ist ein und dieselbe Äußerung auf verschie-
dene Weisen wieder zu geben. Lintsbakhs Model einer "philosophischen Spra-
che" umfasste mathematische Symbole, ihre graphischen Repräsentationen,
musikalische "Ausdrücke", Glossalia (phonetische Zeichen die aus Lautfolgen
bestanden), Körpersprache (basierend auf einem Alphabet der Gesten welches
er der „rhythmischen Gymnastik“ von Emile Jaques-Dalcrose entliehen hatte)
und einer Art stilisiertem Animationsfilm, den Lintsbakh „den ikonischen Film“
nennt. Das unglaubliche an Lintsbakh ist, dass, Träumer der er war, sein Buch
nicht auf der Ebene einer philosophischen Prophezeiung oder vager theoret-
ischer Vorschläge stehen bleibt, sondern im Gegenteil ein elaboriertes Modell
kreiert, welches auf semiotischen, mathematischen und linguistischen Korres-
pondenzen verschiedener Untersprachen beruht, die wiederum eine utopische
semiotische Superstruktur konstituieren. Um zu zeigen wie diese neue Sprache
funktionieren sollte, übersetzte Lintsbakh in seinem Buch THE PRINCIPLES OF
PHILOSOPHICAL LANGUAGE (erschienen im Februar 1916) ein und dieselbe
Erzählung (welche von der Reise eines Mannes durch einen verschneiten Wald
und seinen Kampf gegen die Wölfe handelt) in eine Musik, eine Reihe von Arm-
gesten, ein sinn-übergreifendes Lied und eine schematische Filmsequenz. Ich
werde versuchen sowohl zeitgenössische Quellen, die Lintsbakhs Gedanken
ähneln oder ergänzen, als auch modernere Implikationen für sein Projekt ver-
folgen, da dieses Vorhaben als einer der ersten Versuche der Konstruktion
eines Multimedia-Interfaces verstanden werden muss, lange bevor dieses
überhaupt aufkam.
Yuri Tsivian ist William Colvin Professor an den Departments für Art History,
Slavic Languages & Literatures (acting chair), and Comparative Literature, the
Committee on Cinema & Media Studies, and the College. Er wurde in Riga
geboren, studierte Film am Institute for the History of Arts in Moskau und erhielt
seine Doktorwürde im Fach Filmwissenschaft vom Institute of Theater, Music
and Cinema in Leningrad (1984). Bevor er 1996 an die University of Chicago
wechselte, arbeitete er als Senior Research Fellow an der Latvian Academy of
Sciences in Riga und unterrichtete an der USC in Los Angeles. Sein gegen-
wärtiges wissenschaftliches Interesse fokussiert zwei Bereiche: die Carpalistik
(das Studium der Gestik in den Bereichen Theater, Visual Arts, Literatur und
Film) und eine neuere Methode der Filmwissenschaft – die Kinemetrie
(http://www.cinemetrics.lv).
Seine bekanntesten Veröffentlichungen sind: Silent Witnesses: Russian Films,
1908-1919 (Pordenone/London, 1989), Istoricheskaja Recepcija Kino (Riga,
Zinatne, 1991), ins englische übersetzt unter dem Titel Early Cinema in Russia
and Its Cultural Reception (New York, London: Routledge 1994) und Dialogues
with the Screen (Tallinn,1994) in Zusammenarbeit mit Yuri Lotman. Seine jüng-
sten Veröffentlichungen sind Ivan the Terrible (London: British Film Institute
Publishing, 2002) und Lines of Resistance: Dziga Vertov and the Twenties
(Pordenone, 2004).
Tsivian ist darüber hinaus stark in die Restauration und das Videomastering
von Stummfilmen involviert. Für sein CD-ROM Projekt Immaterial Bodies:
Cultural Anatomy of Early Russian Films (USC 2000) erhielt er 2001 den Preis
der British Academy of Film and Television Arts für das beste interaktive Lern-
projekt.
Joshua Yumibe
‘Harmonious Sensations of Sounds by Means of Colors‘:
Vernacular Color Abstractions in Silent Cinema
Das synästhetische Verhältnis von Ton und Farbe ist ein Thema geworden,
für das sich erneut verstärkt interessiert wird. Dies beweist nicht zuletzt die
Ausstellung zum Thema Visual Music im Hirschhorn Museum des Smithsonian
Institute und im Los Angeles Museum of Contemporary Art. In Überblicksaus-
stellungen wie dieser wurde sich jedoch darauf konzentriert die besondere
Bedeutung der Synästhesie für einen Teilaspekt der Moderne herauszustellen,
welcher die Emphase der sensuell-spirituellen Effekte von Farb- und Ton-
Abstraktionen in sich vereint. Es geht hierbei beispielsweise um die Malerei
Kandinskys, die Musik Skriabins oder um die experimentellen Filme von
Fischinger und Ruttmann. Während diese Traditionen jedoch sehr effizient
erforscht wurden, entstand die Tendenz in neueren Studien besonders jene
ästhetische Heimat der Synästhesie herauszustellen und demgegnüber ihre
Umschreibungen in der Massenkultur zu vernachlässigen.
Dieser Vortrag beschäftigt sich mit Fällen populärwissenschaftlicher Experi-
ment mit Synästhesie insbesondere im Kontext des Stummfilms. Im Jahr 1896
diskutierte beispielsweise Francis Jenkins, der Erfinder von einem der ersten
Filmprojektoren, über das Potential des Kinos ein Publikum mit abstrakten,
chromatischen Effekten zu verzaubern. Im Verlauf der nächsten zwei Jahre
entwickelte er diese Idee weiter. Sein erklärtes Ziel war mittels experimenteller
Projektionen von verschieden eingefärbten Filmstreifen schließlich durch Farbe
akustische Sensationen zu erzeugen. Ein ganz ähnlicher Ansatz lässt sich Ende
der 1920er Jahre bei Loyd Jones, einem Techniker von Kodak, ausmachen,
welcher das vorgefärbte Sonochrome Filmmaterial entwickelte. Von diesem
hieß es das es eine synästhetische Korrespondenz zwischen den eingefärbten
Filmstreifen, Tönen, und den Emotionen des Publikums begünstigte. Zu dieser
Zeit entwickelte und patentierte Jones ebenso einen kaleidoskopischen Aufsatz
für Filmprojektoren, der dazu dienen sollte abstrakte "mobile color effects" zu
erzeugen, welche als Doppelprojektion auf die eigentlichen, populären Filme
projiziert wurden.
Anhand dieser, wie auch weiterer ähnlicher Fälle aus der Stummfilmzeit wird
der Vortrag die populäre Tradition synästhetischer Abstraktion im Kino verfol-
gen. Dabei sollen weder kategorische Gegensätze aufgemacht werden, noch
Differenzen zwischen Populärkultur und Kunstpositionen ignoriert werden.
Joshua Yumibe ist Doktorand an der University of Chicago und Mellon Fellow
des Council on Library and Information Resources. Er beendet derzeit seine
Doktorarbeit zum Thema "Moving Color: An Aesthetic History of Applied Color
Technologies in Silent Cinema." Seit 2003 arbeitet er zusammen mit dem
George Eastman House in Rochester, New York an der Erhaltung der Davide
Turconi Film Frame Collection.
