Francis Alÿs
Dieter Appelt
Francis Bacon
Matthew Barney
Samuel Beckett
Pierre Bonnard
Louis Bourgeois
Constantin Brancusi
Trisha Brown
Alexander Calder
Constant
Thomas Demand
Marcel Duchamp
Max Ernst
Alberto Giacometti
John Heartfield
Gary Hill
Tadeusz Kantor
Paul Klee
Edward Krasiński
Mark Lombardi
Albert Londe
Kasimir Malewitsch
Rashid Masharawi
Henri Matisse
Gordon Matta-Clark
Piet Mondrian
Giorgio Morandi
Bruce Nauman
Chris Newman
Jean Painlevé
Michal Pĕchouček
Pablo Picasso
Man Ray
Bridget Riley
Medardo Rosso
Fred Sandback
Santiago Sierra
Klaus Staeck
Hiroshi Sugimoto
Francis Alÿs, geboren 1959 in Antwerpen, lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt
Nach dem Studium der Architektur am Institut d‘Architecture de Tournai, Frankreich (1978–1983), und
am Instituto di Architettura di Venezia (1983–1986) ließ sich Alÿs 1987 in Mexiko-Stadt nieder. Dort
nutzte er die Stadt als Atelier, deren soziale und anthropologische Räume er sich schrittweise aneignete.
Seit kurzer Zeit erkundet er auch den Stadtraum Londons. Seine erste Retrospektive in Deutschland
wurde 2004 im Kunstmuseum Wolfsburg gezeigt. Im selben Jahr waren seine Arbeiten anläßlich der
Verleihung des Blue-Orange-Kunstpreises im Martin-Gropius-Bau in Berlin zu sehen.
Literatur: Francis Alÿs: The Historic Center of Mexico City. Hg. Francis Alÿs, Carlos Monsiváis. Madrid,
Mexico City 2006; Kat. Francis Alÿs: Walking Distance from the Studio. Kunstmuseum Wolfsburg.
Ostfildern-Ruit 2004
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Dieter Appelt, geboren 1935 in Niemegk (Brandenburg), lebt in Berlin
Appelt studierte 1954–1958 an der Musikhochschule Leipzig und an der Hochschule für Musik in
Berlin sowie 1959–1961 Fotografie und experimentelle Fotografie bei Heinz Hajek-Halke an der
Hochschule der Künste Berlin. Auf Arbeitsreisen in Japan, Italien, Frankreich, Mexiko, den USA und
Kanada sammelte er wichtige Anregungen für seine Kunst. 1982–2004 lehrte er als Professor für
Fotografie, Film, Video an der Hochschule der Künste Berlin. Seine Arbeit zu den metrischen Struk-
turen der Eisenbahnbrücke Forth Bridge entstand während eines Aufenthaltes am CCA in Montréal.
Seit 1997 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.
Literatur: Dieter Appelt. Köln 2000; Kat. Forth Bridge-Cinema. Metric space. Tangente 2. Hg. Hubertus
von Amelunxen, Canadian Centre for Architecture, Montréal. Baden 2005
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Francis Bacon, geboren 1909 in Dublin, gestorben 1992 in Madrid
Im Sommer 1927 sah Bacon in Paris eine Ausstellung von Picasso, die sein Interesse an der Malerei
weckte. Bis Mitte der vierziger Jahre versuchte er sich jedoch auch auf anderen Gebieten, z. B. im
Interior Design. Erst 1944 wandte er sich ausschließlich der Malerei zu. 1949 entstand Head IV, das
erste einer langen, über zwei Jahrzehnte anhaltenden Reihe von Bildern mit dem Motiv des Papstes.
1962 zeigte die Tate Gallery London eine umfangreiche Retrospektive seiner Werke. Im selben Jahr
setzt eine Folge von Gesprächen mit David Sylvester ein, die 1975 in Buchform erschienen und in den
folgenden Auflagen um weitere Beiträge ergänzt wurde. Von den zahlreichen großen Ausstellungen in
den siebziger und achtziger Jahren, die Bacons Ruhm festigten, kommt der Retrospektive von 1971
im Pariser Grand Palais eine besondere Bedeutung zu, da sie den für die Spätzeit wichtigen Kontakt
zu französischen Intellektuellen wie Michel Leiris und Gilles Deleuze u.a. begründete.
Literatur: David Sylvester, Interviews with Francis Bacon. New York 1999; Kat. Francis Bacon
and the Tradition of Art
. Hg. Wilfried Seipel, Barbara Steffen, Christoph Vitali, Kunsthistorisches
Museum Wien, Fondation Beyeler Riehen. Basel, Mailand 2003
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Samuel Beckett, geboren 1906 in Dublin, gestorben 1989 in Paris
Nach dem Studium der Romanistik und der Modernen Literatur auf dem Trinity College in Dublin
(1923–1927) ging Beckett 1928 als Austauschlektor nach Paris, wo er unter anderem durch James
Joyce zum Schreiben angeregt wurde und 1934 sein erster Band mit Erzählungen erschien. Nach
weiteren Aufenthalten in Dublin und London und einer „Kunstreise“ durch Deutschland ließ sich
Beckett 1937 dauerhaft in Paris nieder, schloß sich 1940 der Résistance an und mußte die Stadt
vorübergehend bis 1945 verlassen. Nach dem Kriege begann er zunächst ausschließlich in Französisch
zu schreiben, 1951–1953 erschien die Roman-Trilogie Moloy, Malone meurt und L‘innommable. Mit dem
Theaterstück Warten auf Godot (Uraufführung 1953), wurde er einem breiteren Publikum bekannt. Im
folgenden schrieb er Romane, Gedichte, Theaterstücke und Hörspiele. 1964 produzierte er Film mit
Buster Keaton, zwischen 1966 und 1986 entstanden experimentelle Fernsehstücke für den Süd-
deutschen Rundfunk. 1969 Nobelpreis für Literatur. Seit 1975 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.
Literatur: Kat. Samuel Beckett. Bruce Nauman. Kunsthalle Wien, Wien 2000; James Knowlson (Hg.),
Samuel Beckett. Eine Biographie. Frankfurt am Main 2001; Samuel Beckett, Das Gleiche nochmal anders.
Texte zur Bildenden Kunst
. Hg. Michael Glasmeier, Gaby Hartel. Frankfurt am Main 2001
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Pierre Bonnard, geboren 1867 in Fontenay-aux- Roses (Hauts-de-Seine), gestorben 1947 in Le Cannet
Bonnard studierte zunächst Jura und wechselte ab 1887 zum Kunststudium an die Académie Julien,
wo er Paul Sérusier und Maurice Denis kennenlernte und Mitglied der 1888 gegründeten Gruppe Nabis
wurde. 1889 wurde er in die École des Beaux-Arts aufgenommen und setzte sich mit Arbeiten von Van
Gogh, Cézanne und Gauguin auseinander. Bereits in frühen Arbeiten nutzte er den Körper zur Glieder-
ung seiner malerischen Bildräume. 1893 traf er Marthe de Méligny, die sein Modell wurde. Es entstanden
Buchillustrationen und Stadtansichten sowie eine umfangreiche Serie von Aktdarstellungen im Bade-
kessel oder in der Badewanne. 1939 zog er mit Marthe de Méligny nach Le Cannet, wo er seine letzten
Landschaftsbilder und Selbstporträts schuf.
Literatur: Matisse/Bonnard: Correspondance 1925–1946. Hg. Jean Clair, Antoine Terrasse, Paris 1991;
Kat. Pierre Bonnard. Kunsthaus Zürich, Städtische Galerie im Städelschen Kunstinstitut. Frankfurt am
Main 1985; Kat. Pierre Bonnard. Hg. John Elderfield, Sarah Whitfield, Museum of Modern Art, New York,
Tate Gallery, London. New York 1998; Kat. Pierre Bonnard. L‘oeuvre d‘art, un arrêt du temps. Musée
d‘Art moderne de la Ville de Paris. Paris 2006
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Louise Bourgeois, geboren 1911 in Paris, lebt in New York
Louise Bourgeois studierte 1936–1938 an der École des Beaux-Arts in Paris und bei Künstlern wie
Fernand Léger im Atelier. Ab 1938 in New York setzte sie ihr Studium an der Art Students League fort,
lernte zu Beginn der vierziger Jahre Le Corbusier, Miró und Tanguy kennen und schuf am Ende des
Jahrzehnts erste bildhauerische Arbeiten. In den sechziger Jahren begann sie mit ungewöhnlichen
Materialien wie Gummi und Latex zu arbeiten und wurde 1966 durch ihre Teilnahme an der Ausstellung
„Eccentric Abstraction“ bekannt. Ende der sechziger Jahre folgte eine Gruppe von Skulpturen, deren
anthropomorphe Formen eine Art Landschaft bilden. Ihr innovatives Werkverständnis zeigt sich auch
in ihrer ganz eigenen Art der Positionierung von Objekten im Raum. Ihre erste Retrospektive wurde
1982 im Museum of Modern Art in New York gezeigt.
Literatur: Louise Bourgeois. Destruction of the Father – Reconstruction of the Father. Schriften und
Interviews 1923–2000
. Hg. Marie-Laure Bernadac, Hans Ulrich Obrist. Zürich 2001; Kat. Louise
Bourgeois. Intime Abstraktionen/Intimate Abstractions
. Hg. Beatrice E. Stammer, Kathrin Becker u.a.,
Akademie der Künste, Berlin. Berlin 2003; Louise Bourgeois. Hg. Robert Storr, Paul Herkenhoff, Allan
Schwartzman. London 2003
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Constantin Brancusi, geboren 1876 in Hobita/Rumänien, gestorben 1957 in Paris
Brancusi studierte Bildhauerei 1894–1898 an der Kunstgewerbeschule in Craiova und 1898–1902
an der Kunstakademie in Bukarest. 1904 wanderte er – zum großen Teil zu Fuß – nach Paris. Dort
setzte er 1905–1907 sein Studium an der École des Beaux-Arts fort und machte Bekanntschaft mit
Marcel Duchamp und Jean Cocteau. Zunächst beeinflußt von Rodin, entwickelte Brancusi ab 1907
einen eigenen Stil, indem er seine Skulpturen bis hin zur Abstraktion vereinfachte. 1921 wurde er
durch Man Ray mit der Fotografie bekannt gemacht, die er fortan als autonome Kunstform und Mittel
zur Präsentation einer eigenen Sicht auf seine Skulpturen und sein Atelier nutzte. Aufgrund des
zunehmenden Interesses an der Beziehung zwischen der Skulptur und dem umgebenden Raum
beschäftigte sich Brancusi ab den dreißiger Jahren verstärkt mit der Verbindung von Architektur und
Skulptur. 1956 vermachte er sein Atelier dem französischen Staat, der vom Musée national d‘art
moderne eine öffentlich zugängliche Rekonstruktion errichten ließ.
Literatur: Kat. Marielle Tabart (Hg.), L‘atelier Brancusi. Centre Georges Pompidou. Paris 1997;
Kat. Constantin Brancusi – L‘oiseau dans l‘espace. Hg. Marielle Tabart, Galerie d‘Atelier Brancusi.
Paris 2001; Kat. BRANCUSI. L‘opera al bianco. Hg. Paola Mola, The Solomon R. Guggenheim
Foundation, New York. Mailand 2005
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Trisha Brown, geboren 1936 in Aberdeen/WA, lebt und arbeitet in New York
Trisha Brown erhielt 1958 den BA für Tanz vom Mills College in Oakland/CA. 1961 zog sie nach
New York, lernte bei Anna Halprin und war 1962 Gründungsmitglied des Judson Dance Theatres.
1970 gründete sie die Trisha Brown Dance Company, die ihre ersten Performances an alternativen
Orten wie Dächern oder Fassaden aufführte. In dieser Zeit hatte sie unter anderem Kontakt zu Gordon
Matta-Clark. Ihre Produktionen, für die sie mit Künstlern wie Robert Rauschenberg, Laurie Anderson
und John Cage zusammenarbeitete, sind international bekannt. Neben zahlreichen Ehrungen wurde
sie 1991 mit der Mac Arthur Foundation Fellowship ausgezeichnet.
Literatur: Trisha Brown. Danse, précis de liberté. Musées de Marseille, Réunion des musées nationaux.
Marseille 1998; Kat. Trisha Brown: Dance and Art in Dialogue, 1961–2001. Hg. Hendel Teicher.
Cambridge 2002
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Alexander Calder, geboren 1898 in Lawton (Pasadena), gestorben 1976 in New York
Calder schloß sein Studium am Stevens Institute of Technologie in New Jersey (1915–1919) als
Ingenieur ab, begann 1922 Zeichenkurse zu belegen und besuchte 1923–1925 Kurse an der New
Yorker Art Students League bei John Sloan, George Lukas und Boardman Robinson. Ab 1925 be-
schäftigte er sich mit dem Thema Zirkus, ab 1927 entstanden die ersten Tiere aus Eisendraht und
Flaschenkorken. In der Folgezeit trat er mit seinem immer umfangreicher werdenden Zirkus öffentlich
auf. 1930 zog Calder nach Paris, wo Marcel Duchamp den Begriff Mobiles für Calders mechanische
Skulpturen und Hans Arp den Begriff Stabiles für die unbeweglichen prägte. Nach seiner Rückkehr
nach New York 1934 konzipierte Calder zudem monumentale Plastiken für den Außenraum. Ein Auf-
tritt Calders mit seinem Zirkus wurde bereits 1953 von Jean Painlevé filmisch festgehalten. Eine erste
Retrospektive zeigte 1964–1965 das New Yorker Guggenheim Museum, 1976 präsentierte das Whitney
Museum of American Art New York eine große Werkschau und für 2008 ist im Centre Georges Pompidou
eine Einzelausstellung geplant.
Literatur: Kat. Alexander Calder: 1898–1976. Musée d‘Art Moderne de la Ville de Paris, Vorwort von
Suzanne Pagé. Paris 1996; Alexander Calder. Hg. Joan M. Marter. Cambridge 1997 [Cambridge Mono-
graphs on American Artists]; Kat. Alexander Calder: A Modern Definition of Space. New York 2003; Kat.
Alexander Calder: Gravity & Grace. Hg. Carmen Gimenez, Alexander S. C. Rower. London, New York 2004
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Constant (Constant A. Nieuwenhuys), geboren 1920 in Amsterdam, gestorben 2005 in Utrecht
Constant studierte Kunst 1938 an der Kunstnijverheidschool und 1939–1942 an der Rijksakademie in
Amsterdam. Seit 1941 beeindruckten ihn Cézanne, der Kubismus und der deutsche Expressionismus
und er entwarf vom Marxismus beeinflußte Theorien zu Kunst und Gesellschaft. 1946 traf er in Paris
Asger Jorn, gründete 1948 De Experimentele Groep in den Niederlanden und war Gründungsmitglied
der Gruppe CoBrA in Paris. Seit 1956 hatte er Verbindungen zu Guy Debord und der Bewegung des
Internationalen Lettrismus und veröffentlichte 1958 eigene Texte und ein erstes Modell zu seinem
utopischen Stadtprojekt Nieuw Babylon im Magazin der Situationistischen Internationale.
Literatur: Kat. Mark Wigley (Hg.), Constant‘s New Babylon – the hyper-architecture of desire. Witte de
With, center for contemporary art. Rotterdam 1998; Kat. Another City for Another Life: Constant‘s New
Babylon/The Decomposition of the Artist: Five Texts by Constant
. Hg. Mark Wigley, 2 Bde. New York
1999; Kat. Documenta11_Plattform5: Ausstellung. Museum Fridericianum. Kassel 2003
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Thomas Demand, geboren 1964 in München, lebt und arbeitet in Berlin
Demand studierte 1987–1989 an der Akademie der Bildenden Künste in München Innenraum-Gestal-
tung; danach wechselte er 1989–1992 an die Kunstakademie Düsseldorf. 1993–1994 folgte ein Studium
am Londoner Goldsmiths College of Art; während dieser Zeit begann er mit Fotografien nach eigens
dafür konstruierten räumlichen Modellen zu arbeiten. Zudem entstanden seit 1999 auch 35mm-Filme.
Zahlreiche große internationale Einzelausstellungen zu seinem Werk wurden u. a. in der Kunsthalle
Zürich (1998), im Louisiana Museum Humlebæk (2002), auf der Biennale von São Paulo (2004), im
Museum of Modern Art New York (2005) und in der Serpentine Gallery London (2006) gezeigt.
Literatur: Stephan Berg (Hg.), Thomas Demand. Kunstverein Freiburg. Freiburg 1998; Kat. Thomas
Demand. Hg. Roxana Marcoci, Museum of Modern Art. New York 2005
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Marcel Duchamp, geboren 1887 in Blainville Crevon/Frankreich, gestorben 1968 in Neuilly-sur-Seine
Nach dem Studium an der Académie Julien in Paris 1904 entwickelte Duchamp neben seiner maler-
ischen Arbeit das Konzept des Ready-made. Ab 1915 stand er in New York in engem Kontakt zu Man
Ray und Francis Picabia und begann mit seiner Arbeit am Großen Glas (La Mariée mise à nu par ses
célibataires, même)
. Nach einem weiteren Aufenthalt in Paris schuf er 1920 in New York seine ersten
motorbetriebenen Konstruktionen, fertigte abstrakte Filmexperimente und gab 1921 mit Man Ray die
Zeitschrift New York Dada heraus. 1923 kehrte er nach Paris zurück und gab die Malerei zugunsten
der Ready-mades auf. Zurück in New York ließ er ab 1942 die Aufzeichnungen aus der Boîte-en-valise
von der Readymade Press of New Haven veröffentlichen, und 1959 entstand die Boîte alerte anläßlich
der 8. Internationalen Surrealismusausstellung.
Literatur: Arturo Schwarz, The Complete Works of Marcel Duchamp. 4., überarbeitete und erweiterte
Auflage. New York 2000; Kat. Marcel Duchamp. Hg. Museum Jean Tinguely Basel. Ostfildern 2002;
Alice Goldfarb Marquis (Hg.), Marcel Duchamp. The Bachelor Stripped Bare. A Biography. Boston 2002
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Max Ernst, geboren 1891 in Brühl bei Köln, gestorben 1976 in Paris
Während des Studiums der Philosophie, Psychologie und Kunstgeschichte an der Universität Bonn
1909-1914 begann Max Ernst zu malen. Ab 1919 schuf er Collagen, näherte sich über André Breton
der surrealistischen Kunst und arbeitete mit Paul Eluard an dem Gedichtband Répétitions. Nach seinem
Umzug nach Paris 1922 erweiterte er sein künstlerisches Spektrum und setzte ab 1925 die grafische
Abreibetechnik der Frottage sowie deren für die Malerei entwickelte Variante der Grattage ein. 1941
floh Ernst nach New York, wurde zum Mitherausgeber der surrealistischen Zeitschrift VVV und heiratete
1946 die Malerin Dorothea Tanning, mit der er 1953 zunächst nach Paris zurückkehrte, um sich dann
mit ihr in Huismes bei Tours niederzulassen. Umfangreiche Retrospektiven zeigten u. a. das Museum
of Modern Art, New York (1975), die Neue Nationalgalerie, Berlin (1979), und das Metropolitan Museum
of Art, New York (2005). 2005 wurde das Max Ernst Museum in Brühl eröffnet.
Literatur: Werner Spies, Max Ernst – Loplop: Die Selbstdarstellung des Künstlers. Köln 1998; Kat. Max
Ernst: A Retrospective
. Hg. Werner Spies, Sabine Rewald, The Metropolitan Museum of Art. New York
2005; Werner Spies (Hg.), Max Ernst. Leben und Werk in Bildern und Dokumenten. Köln 2005
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Alberto Giacometti, geboren 1901 in Borgonovo (Graubünden), Schweiz, gestorben 1966 in Chur
Giacometti studierte 1919–1920 an der Kunstgewerbeschule in Genf und 1922–1925 an der Académie
de la Grand Chaumière in Paris bei Emile Antoine Bourdelle. Schon früh setzte er sich mit der Beziehung
zwischen dem Modell als Objekt und dem umgebenden Raum auseinander. 1926 zog er in ein Atelier
in der Pariser Rue Hippolyte Maindron, das zum Mittelpunkt seines Schaffens wurde. Es entstanden
zunächst post-kubistische Objekte, ehe er sich 1930–1934 den Surrealisten anschloß. Die Rückkehr
zur Arbeit mit dem Modell führte 1935 zum endgültigen Bruch mit den Surrealisten. Während der Kriegs-
jahre lebte Giacometti in Genf und arbeitete an immer kleiner werdenden Figuren. 1945 kehrte er in
sein Pariser Atelier zurück, wo er mit überlangen Figuren in unterschiedlichen räumlichen Situationen
(in Gruppen, Käfigen, Korridoren u. a.) das Verhältnis von Figur und Raum auslotete. Für den Herbst
2007 ist im Centre Georges Pompidou in Paris die Ausstellung „L‘atelier d‘Alberto Giacometti. Collect-
ions de la Fondation Alberto et Annette Giacometti“ geplant.
Literatur: Kat. Alberto Giacometti. Skulpturen, Gemälde, Zeichnungen. Hg. Angela Schneider, Neue
Nationalgalerie Berlin. München 1994; Kat. Alberto Giacometti. Werke und Schriften. Hg. Christoph Vitali,
Schirn Kunsthalle Frankfurt. Frankfurt am Main 1998; Kat. Alberto Giacometti. Hg. Christian Klemm,
Carolyn Lanchner u. a., Museum of Modern Art New York, Kunsthaus Zürich. Berlin 2002
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John Heartfield (Helmut Herzfeld), geboren 1891 in Schmargendorf bei Berlin, gestorben 1968 in
Berlin (Ost)
Herzfeld, der sich seit 1916 aus Protest gegen den deutschen Nationalismus Heartfield nannte, zählt
neben Grosz und Hausmann zu den Protagonisten der Berliner Dada-Bewegung. Als Werbegrafiker
ausgebildet, gestaltete er seit 1921 fotomontierte Buchumschläge vor allem für den Malik-Verlag seines
Bruders Wieland Herzfelde, arbeitete für die Bühne Max Reinhardts und die Zeitschrift Der Knüppel.
Wenig später begann er, die Fotomontage als politisches Mittel einzusetzen, und entwickelte diese
aus dadaistischem Gedankengut entstandene Form der Bildrhetorik zu einem aufklärerischen Medium
ersten Ranges. 1929 erschien das mit Kurt Tucholsky verfaßte Buch Deutschland, Deutschland über
alles
, eine satirisch bittere Abrechnung mit dem Kapitalismus. Seit 1930 arbeitete er regelmäßig für die
Arbeiter-Illustrierte-Zeitung (AIZ), in der die Hauptwerke seiner Auseinandersetzung mit dem Faschis-
mus erschienen. 1933 floh Heartfield in die Tschechoslowakei, 1938 nach Großbritannien und setzte
dort seine Arbeit für antifaschistische Publikationen fort. 1950 kehrte er nach Deutschland zurück, lebte
in Leipzig und seit 1956 in Berlin, geriet anfangs in die Debatten um den sog. „Formalismus“, wurde
dann hoch geehrt und arbeitete für Theater und Verlage in der DDR. Seit 1956 Mitglied der Deutschen
Akademie der Künste (Berlin-Ost).
Literatur: Wieland Herzfelde, John Heartfield, Leben und Werk. Dresden 1971; Eckhard Siepmann,
Montage: John Heartfield. Elefanten Press Galerie. Berlin (West) 1977; Roland März, Der Schnitt entlang
der Zeit. Selbstzeugnisse, Erinnerungen Interpretationen
. Dresden 1981; Kat. John Heartfield. Hg.
Akademie der Künste, Berlin u. a. Köln 1991
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Gary Hill, geboren 1951 in Santa Monica/CA, lebt und arbeitet in Seattle
Auf Anregung von Anthony Parks begann Hill geschweißte Metallskulpturen herzustellen. 1969 zog er
nach New York, belegte im Sommer Kurse an der Art Students League und studierte 1970–1972 bei
dem Maler Bruce Dorfman. In der Folgezeit experimentierte er mit zahlreichen Werkstoffen und Farben
und schuf eine Serie von Konstruktionen aus Stahl, Maschendraht, Leinwand und Emaille. Seit 1973
verwendet er in Videoarbeiten auch Ton zur Markierung eines physischen Raumes (Mesh, 1979) oder
untersucht den Einfluß von einzelnen gesprochenen Silben auf die visuelle Vorstellungskraft des Be-
trachters (Around and About, 1980). Um die Beziehungen zwischen elektronischen Bildern, Sprach-
lauten und der Betrachterrezeption zu untersuchen, setzt er in seinen Videoarbeiten immer wieder auch
den eigenen Körper zur Bestimmung des jeweiligen Ortes ein. Mitte der achtziger Jahre zog Hill nach
Seattle und richtete am dortigen Cornish College of the Arts einen Studiengang für Video ein.
Literatur: Kat. Gary Hill. Stedelijk Museum Amsterdam, Kunsthalle Wien. Amsterdam 1993; Hans Belting,
Theodora Vischer (Hg.), Gary Hill. Arbeit am Video. Ostfildern-Ruit 1995; Kat. Gary Hill. Selected Works.
Catalogue Raisonné
. Hg. Holger Broeker, Kunstmuseum Wolfsburg, Centro Cultural de Belém, Lissabon.
Köln 2002
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Tadeusz Kantor, geboren 1915 in Wielopole Skrzysińskie, gestorben 1990 in Krakau
Kantor studierte an der Akademie der Schönen Künste in Krakau. In den Kriegsjahren gründete er ein
Untergrundtheater und 1955 das berühmte Theater Cricot. Er verfaßte theoretische Reflexionen über
Theater und Kunst. 1964 entstand das Emballage-Manifest, in dem er die Wiedereinsetzung der Wirklich-
keit in ihren elementaren, „niederen“ Schichten forderte. Seit 1965 entstanden in regelmäßiger Folge
Happenings, u. a. das berühmte Panorama-Meeres-Happening, an dem auch Edward Krasiński teil-
nahm. Kantor ist Mitbegründer der Warschauer Galerie Foksal. 1968 organisierte Dietrich Mahlow eine
vielbeachtete Ausstellung in der Nürnberger Kunsthalle. Seit 1975 „Theater des Todes“; ein großer inter-
nationaler Erfolg wird Die tote Klasse. 1980 gründet er das Theatermuseum Cricoteka in Krakau. Fortan
rege internationale Arbeit mit Aufführungen auf Festivals und Ausstellungen; dreimal wird er zur docu-
menta eingeladen.
Literatur: Tadeusz Kantor. Ein Reisender – seine Texte und Manifeste. Hg. Institut für moderne Kunst
Nürnberg. Nürnberg 1988; Kat. Europa Europa. Das Jahrhundert der Avantgarde. Kunst- und Ausstell-
ungshalle der Bundesrepublik Deutschland. Bonn 1994; Tadeusz Kantor. Er war sein Theater: Mono-
graphie
– Uta Schorlemmer, Tadeusz Kantor. Zuhause im Bild und auf der Bühne; Edition – Tadeusz
Kantor, Mailänder Lektionen. Hg. Institut für moderne Kunst Nürnberg. Nürnberg 2005
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Paul Klee, geboren 1879 in Münchenbuchsee-Bern, gestorben 1940 in Muralto-Locarno
Klee studierte 1889–1901 Malerei in München. Nach einer zurückgezogenen Periode der „Selbster-
ziehung“ 1902–1906, in der er Musikrezensionen schrieb und an einer Serie von gesellschaftskritischen
Radierungen mit dem Titel Inventionen arbeitete, begann er zwischen 1907 und 1914 in Kontakt zur zeit-
genössischen Kunst zu treten, wurde 1912 Mitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Reiter“ und reiste nach
Paris, wo er Robert Delaunay begegnete. 1914 besuchte er mit August Macke und Louis Moilliet Tunis.
1921–1931 war er als Lehrer am Bauhaus in Weimar und in Dessau tätig. 1925 nahm er an der ersten
Gruppenausstellung der Surrealisten in Paris teil und 1930 wurde eine Einzelausstellung im Museum
of Modern Art, New York, gezeigt. 1931–1933 Wechsel an die Kunstakademie Düsseldorf, wo er im April
1933 aus der Liste der Lehrer gestrichen wurde. Während der letzten Jahre in Bern, 1934–1940, entstand
trotz der wachsenden Belastung durch eine unheilbare Krankheit ein umfangreiches Spätwerk.
Literatur: Paul Klee, Beiträge zur bildnerischen Formlehre, Faksimile des ersten Vortragszyklus am
Staatlichen Bauhaus Weimar 1921/22. Hg. Jürgen Glaesemer. Basel 1999; Paul Klee: Die Kunst des
Sichtbarmachens. Materialien zu Klees Unterricht am Bauhaus
. Hg. Michael Baumgartner u. a. Bern 2000;
Robert Kudielka, Paul Klee: The Nature of Creation. Works 1914–1940, mit einem Essay von Bridget Riley.
London 2002
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Edward Krasiński, geboren 1925 in Łuck/heutige Ukraine, gestorben 2004 in Warschau
Krasiński besuchte 1940–1942 die Kunstgewerbeschule in Krakau. 1945–1948 studierte er an der Kunst-
akademie in Krakau und ging 1954 nach Warschau, wo er bis zu seinem Tode 2004 lebte. Seit 1962
nahm er regelmäßig an Ausstellungen teil. Die erste Einzelausstellung fand 1965 in Krakau statt, dort
arbeitete er zeitweise mit Tadeusz Kantor in Happenings und Performances zusammen. 1966 war er
Mitbegründer der Warschauer Galerie Foksal. Der internationale Durchbruch kam 1970 mit der Teil-
nahme an der Tokyo Biennale unter dem Thema „Between Man and Matter“. Im gleichen Jahr klebte er
die blaue Linie in Paris auf dem Hof des Musée d‘Art Moderne de la Ville de Paris und an die Schau-
fenster von 50 Rive-Gauche-Galerien. Seit 1970 „Interventionen“ im realen Raum und mit Hilfe von
dessen Darstellungen, vorwiegend Fotografien, auch im Format der realen Räume.
Literatur: Abstraction in Person. Dynamic Memory, Hans-Ulrich Obrist in conversation with Edward
Krasiński, Joanna Mytkowska and Przywara. In: Edward Krasiński. Hg. Lena Kiessler, Joanna Mytkowska.
Fundacja Galerii Foksal, Warschau, Galerie Klosterfelde, Berlin, Anton Kern Gallery, New York 2001,
S. 20–25; Kat. Edward Krasiński. Les mises en scène. Hg. Sabine Breitwieser, Generali Foundation.
Wien 2006
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Mark Lombardi, geboren 1951 in Syracuse/NY, gestorben 2000 in New York
Lombardi erhielt 1974 den BA in Kunstgeschichte von der Syracuse University, zog anschließend nach
Houston und arbeitete als Kurator am Museum of Contemporary Art, als Bibliothekar und als Galerieleiter.
1994 begann er mit der Arbeit an den narrative structures – einer Serie von Zeichnungen, in denen er die
Beziehungsmuster zwischen Beteiligten an politischen Skandalen (wie Bankkorruption oder Waffen-
handel) grafisch darlegte. Durch deren Präsentation im Drawing Center Soho wurde Lombardi 1997
bekannt, noch im selben Jahr zog er nach New York. 1998 präsentierte die Galerie Pierogi 2000 seine
erste Einzelausstellung. Wenige Wochen vor seinem Tod eröffnete eine Ausstellung mit seinen Arbeiten
im New Yorker Museum P.S.1.
Literatur: Kat. Mark Lombardi: Global Networks. Hg. Robert Hobbs, Independent Curators Inc. New York
2003; Kat. Mark Lombardi: Preparatory Drawings 1994–2000. Pierogi 2000. New York 2003
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Albert Londe, geboren 1858 in La Ciotat, gestorben 1917 in Bréau
Seit 1879 Mitglied der Societé françaises de la photographie, schrieb sich Londe 1880 im Laboratorium
des naturgeschichtlichen Museums bei Edmond Frémy ein, begann 1882 in der fotografischen Abteilung
der Nervenklinik Salpêtrière in Paris zu arbeiten und entwickelte 1883 eine eigene Kamera mit 9 Linsen
sowie 1891 eine mit 12 Linsen. Gemeinsam mit Marey entwickelte er die Chronofotografie weiter, er
schuf experimentelle Fotografien außerhalb des medizinischen Kontextes und veröffentlichte
eigene Schriften (La photographie moderne. Paris 1896).
Literatur: Denis Bernard, André Gunthert (Hg.), L‘instant rêvé. Albert Londe. Nîmes 1993; André Gunthert,
Klinik des Sehens. Albert Londe. Wegbereiter der medizinischen Photographie. In: Fotogeschichte. (Juni
2001), 80, S. 27–40
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Kasimir Malewitsch, geboren 1878 in Kiew, gestorben 1935 in Leningrad
Malewitsch studierte 1895–1896 an der Kunsthochschule in Kiew und 1904–1905 an der Moskauer Lehr-
anstalt für Malerei, Bildhauerei und Architektur. 1913 entwarf er die Bühnenausstattung und die Kostüme
für die Oper Sieg über die Sonne und zeigte 1915 in der Ausstellung „Zero – Ten“ in Petrograd seine
„suprematistischen“, d. h. durch die Suprematie der reinen, gegenstandslosen Empfindung bestimmten
Bilder. Ab 1919 begann er, die suprematistischen Arbeiten in architektonische Modelle umzusetzen. Im
selben Jahr übernahm er einen Lehrauftrag an der Öffentlichen Kunstschule in Witebsk und lehrte 1922–
1927 am Institut für Künstlerische Kultur in Petrograd. Trotz vorübergehender Verfolgung bekam er 1933
ein Experimentallabor am Staatlichen Russischen Museum.
Literatur: Kat. Kasimir Malevich – Suprematism. Hg. Matthew Drutt, Deutsche Guggenheim Berlin. Ost-
fildern-Ruit 2003; Kazimir Malevič, Gott ist nicht gestürzt! Schriften zu Kunst, Kirche, Fabrik. Hg. Aage A.
Hansen-Löve. München, Wien 2004
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Man Ray (Emmanuel Radnitzky), geboren 1890 in Philadelphia/PA, gestorben 1976 in Paris
Als technischer Zeichner besuchte Radnitzky zwischen 1909 und 1913 Abendkurse an der National
Academy of Design in New York sowie Zeichenkurse im Ferrer Center. Ab 1911 war er als abstrakter
Maler und Bildhauer tätig, nahm 1913 das Pseudonym Man Ray an und schuf, beeinflußt von Duchamp,
das Gemälde The Rope Dancer. 1917 führte er die Aerografie in die Malerei ein und um 1920 entstanden
Fotografien wie Moving Sculpture, die mittels eines Spiels aus Licht und Schatten das geheimnisvolle
Potential alltäglicher Gegenstände offenbaren. 1921 zog Man Ray nach Paris, wo er Objektmontagen,
erste Rayografien sowie seinen Experimentalfilm, Le Retour à la raison (1923), anfertigte. 1934–1936
folgten die Fotografien der Mathematischen Gleichungen. Ab 1940 in Kalifornien stand er in engem
Kontakt zu Paul Eluard und Duchamp und widmete sich primär der Malerei und Zeichnung. Zurück in
Paris 1951 wollte er fortan nur noch Maler sein.
Literatur: Kat. Man Ray. Das Photographische Werk. Hg. Emmanuelle de l‘Ecotais, Alain Sayag.
München u.a. 1998; J.-K. Schmidt, C. Brockhaus, V. Loers (Hg.), Man Ray. Ostfildern-Ruit 1998; Gabriele
Werner, Mathematik im Surrealismus. Man Ray – Max Ernst – Dorothea Tanning. Marburg 2002
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Rashid Masharawi, geboren 1962 in Gaza, lebt und arbeitet in Ramallah und Paris
Masharawi wuchs in einem Flüchtlingslager auf. Das Filmemachen lernte er in Israel. In Ramallah
gründete er 1996 das „Cinema Production and Distribution Center“, das den palästinensischen Film
fördert. Mit dem „Mobile Cinema“ fährt er in Flüchtlingslager, um dort Filme zu zeigen. Masharawi wurde
für seine Dokumentar- und Spielfilme mehrfach bei Filmfestspielen ausgezeichnet. Insbesondere für
die Filme Ticket to Jerusalem (2002) und Curfew (Ausgangssperre, 1993) erhielt er zahlreiche Preise –
u. a. den UNESCO-Preis der Filmfestspiele in Cannes 1994. Gemeinsam mit Fareed Armaly zeigte er
seine Filme auf der documenta 11 „From/To“. Sein jüngster Spielfilm Waiting erschien 2005.
Literatur: Kat. Why Pictures Now. Fotografie, Film, Video heute. Museum Moderner Kunst Stiftung Ludwig
Wien. Nürnberg 2006
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Henri Matisse, geboren 1869 in Le Cateau-Cambrésis, gestorben 1954 in Nizza
Nach dem Jurastudium studierte Matisse in Paris 1891–1892 an der Académie Julien bei Adolphe-
William Bouguereau und 1892 im Atelier von Gustave Moreau. Frühe impressionistische Arbeiten zeigen
den Einfluß Cézannes. Um 1900 schuf Matisse erste Skulpturen und begann sich für die Malerei der
Frührenaissance, den japanischen Farbholzschnitt und islamische Miniaturen zu interessieren. Nach
einer kurzen Auseinandersetzung mit dem Neo-Impressionismus im Sommer 1904 verwendete er seit
1905 intensive Farbkontraste, mit denen er die Richtung des Fauvismus begründete. 1909–1910 schuf
er für den russischen Sammler Schtschukin Wandbilder zu den Themen „Tanz und Musik“. Seit 1917
verbrachte er die Winter in Nizza und führte durch Tonwertabstufungen räumliche Tiefe in seine Bilder ein.
Nach einem Aufenthalt in Tahiti 1930 arbeitete er 1931–1933 an der Wanddekoration La Danse für den
Sammler Albert C. Barnes. Ab Mitte der dreißiger Jahre entstand eine Serie von Zeichnungen zum Thema
„Künstler und Modell“. Bereits für das Wandgemälde für Barnes hatte Matisse ausgeschnittene Formen
selbstgefärbten Papiers zur Bildfindung genutzt. Gegen Ende der vierziger Jahre avancierte diese Technik
des Scherenschnitts dann zu seinem bevorzugten Ausdrucksmittel. 1948–1951 arbeitete Matisse an der
Ausstattung der Kapelle in Vence.
Literatur: Henri Matisse, Ecrits et propos sur l‘art. Hg. Dominique Fourcade. Paris 1972; Matisse. Les
trois versions de la Danse Barnes (1930–1933)
. Musée d‘Art Moderne de la Ville de Paris. Paris 1993;
Pierre Schneider, Henri Matisse, Neuauflage New York 2002; Kat. Henri Matisse – Figur Farbe Raum.
Hg. Pia Müller-Tamm, Fondation Beyeler Riehen und K20 Kunstsammlung NRW Düsseldorf. Ostfildern-
Ruit 2005
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Gordon Matta-Clark, geboren 1943 in New York, gestorben 1978 in New York
Matta-Clark studierte 1963–1964 Französische Literatur an der Sorbonne in Paris und 1962–1968 Archi-
tektur an der Cornell University in New York. Ab den frühen siebziger Jahren wurde er in New York vor
allem durch seine sogenannten Cuttings bekannt, die mittels eines Schnittes durch sämtliche Material-
schichten eines Hauses dessen Struktur und skulpturalen Charakter freilegten. Architektur und sozialer
Wandel stehen im Zentrum seiner Interventionen, Performances, Bilder, Skulpturen, Fotografien und Filme.
2007 zeigt das Whitney Museum of American Art, New York, eine große Retrospektive.
Literatur: Pamela M. Lee, Object to be destroyed: The Work of Gordon Matta-Clark. Cambridge 2001;
Gordon Matta-Clark. Hg. Corinne Diserens. New York 2003; Gordon Matta-Clark. Works and Collective
Writings
. Hg. Gloria Moure, Museo Nacional Centro de Arte Reina Sofía Madrid. Barcelona 2006
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Piet Mondrian, geboren 1872 in Amersfoort, gestorben 1944 in New York
Nach Lehrjahren an der Amsterdamer Rijksakademie (1892–1897) und einer vorübergehenden An-
lehnung an den niederländischen Luminismus und Fauvismus (1908–1911) ging Mondrian 1912 nach
Paris, wo er Anschluß an den Kubismus fand. Die durch den Ersten Weltkrieg erzwungene Rückkehr in
die Niederlande führte zu einer selbständigen künstlerischen Entwicklung und zur Bekanntschaft mit
Theo van Doesburg, mit dem er bis 1924 in der Zeitschrift De Stijl zusammenarbeitete. 1917–1918 Ver-
öffentlichung des programmatischen Aufsatzes „De Nieuwe Beelding in de schilderkunst“ (Die Neue
Gestaltung in der Malerei). 1919–1938 arbeitete er wieder in Paris, wo er 1919–1920 sein erstes „neo-
plastisches“ Bild malte. Ab Mitte der zwanziger Jahre allmähliche Anerkennung in internationalen Avant-
gardekreisen, vor allem in Deutschland und den USA. Bei Kriegsausbruch 1938 emigrierte er nach
London und 1940 mit Hilfe von Harry Holtzman in die USA. Die Galerie Valentine Dudensing veranstaltete
1942 seine erste Einzelausstellung, die Eröffnung seiner Retrospektive im Museum of Modern Art im März
1945 erlebte er nicht mehr.
Literatur: The New Art – The New Life. The Collected Writings of Piet Mondrian. Hg. Harry Holtzman,
Martin S. James. London 1987; Kat. Piet Mondrian. Hg. Angelica Rudenstine. Den Haag, Washington,
New York 1995
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Giorgio Morandi, geboren 1890 in Bologna, gestorben 1964 in Bologna
Morandi studierte 1907–1913 an der Accademia di Belle Arti in Bologna. Bei einem Besuch in Florenz
1910 machten die Werke Giottos, Massaccios und Uccellos einen großen Eindruck auf ihn. Bereits in
frühen Landschaftsbildern spielte er mit der Ambivalenz von Raum und Fläche, die er vermutlich durch
Reproduktionen von Bildern Cézannes kennengelernt hatte. Um 1914 setzte sich Morandi mit dem Futu-
rismus und 1918–1919 mit der pittura metafisica auseinander. Seit Beginn der zwanziger Jahre gründen
seine Arbeiten ausschließlich in einer sinnlich-anschaulichen Beziehung zur Realität. 1930–1956 lehrte
Morandi als Professor für Radierung an der Accademia di Belle Arti in Bologna.
Literatur: Kat. Giorgio Morandi. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Radierungen. Hg. Ernst-Gerhard
Güse, Franz Armin Morat, Saarland-Museum Saarbrücken, Gemäldegalerie Neue Meister, Kupferstich-
kabinett der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden. München 1993; Kat. Giorgio Morandi. Hg. Donna
de Salvo, Matthew Gale, Tate Gallery. London 2001; Giorgio Morandi. Complete Illustrated Catalogue
Museo Morandi Bologna. Mailand 2004
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Bruce Nauman, 1941 Fort Wayne/IN, lebt und arbeitet in New Mexico
Nach einem Studium der Mathematik, Physik und Kunst an der University of Wisconsin 1964 beginnt
Nauman an der University of California das Studium der Malerei, das er jedoch bald zugunsten der
Beschäftigung mit Skulptur, Performance und Film aufgab. 1966 Abschluß des Studiums. 1967–1972
entstehen Filme und Videos, die im Raum des Ateliers spielen. 1968 Einzelausstellungen bei Leo
Castelli (New York) und Konrad Fischer (Düsseldorf) sowie Teilnahme an der documenta 4. In den
folgenden Jahren Zusammenarbeit mit der Choreografin Meredith Monk und mit Merce Cunninghams
Dance Company. 1972 erste Retrospektive, „Work from 1965 to 1972“, die an verschiedenen Orten in
den USA und Europa gezeigt wurde. 1973–1985 treten die Performance- und Videoarbeiten zugunsten
von Installationen und Skulpturen zurück. Seit 1986 zahlreiche internationale Ausstellungen und Ehr-
ungen, darunter 1999 der Goldene Löwe der 48. Biennale von Venedig. Seit 1997 Mitglied der Akademie
der Künste, Berlin.
Literatur: Christine Hoffmann (Hg.), Bruce Nauman. Interviews 1967-1988. Amsterdam 1996; Kat.
Bruce Nauman. Centre Georges Pompidou. Paris 1997 (engl. Ausgabe: The South Bank Centre.
London 1998)
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Chris Newman, geboren 1958 in London, lebt und arbeitet in Berlin
Chris Newman, Musiker, Sänger, Lyriker, Autor, Maler und Zeichner, Video- und Performancekünstler,
studierte 1976–1979 Musik am Londoner King‘s College. Er übersetzte Gedichte der russischen Avant-
garde ins Englische. Seit 1979 entstehen eigene Gedichte. 1980 zog Newman nach Köln, um an der
Hochschule für Musik Köln bei Mauricio Kagel zu studieren. 1982 trat er erstmals öffentlich mit eigenen
Liedern auf. 1983 gründete er gemeinsam mit Manos Tsangaris die Rockgruppe Janet Smith, 1984 traf
er mit Morton Feldman zusammen. Erst 1989 begann Newman zu malen und ging Anfang der neunziger
Jahre nach Berlin. Seit 1994 entstehen Installationen, die die unterschiedlichen Medien kombinieren.
In der Malerei entwickelte er eine Methode, seine Bilder nach bestimmten sprachlichen Vorgaben (z. B.
nach Ibsens Gespenster) zu gestalten, er fügt sie zu Installationen, zerschneidet die Leinwände und
näht sie collagehaft versetzt zusammen. Daneben entstehen Kompositionen für CD- und Radioprodukt-
ionen und für Festivals, zuletzt für die Donaueschinger Musiktage 2006.
Literatur: Kat. Chris Newman. It with itself. Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen. Düsseldorf
1994; Kat. Chris Newman. Me in a no-time state. Erzbischöfliches Diözesan-Museum Köln. Köln 1996;
Kat. Chris Newman. Recent Painting Mates. Galerie Olaf Stüber. Berlin 1999; Chris Newman. Godded.
Hg. Reiner Speck, Gerhard Theewen. Köln 2004; Chris Newman. Drawing strings & writing thing. Hg.
Gerhard Theewen. Köln 2006
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Jain Painlevé, geboren 1902 in Paris, gestorben 1989 in Paris
Painlevé, Sohn des Politikers und Mathematikers Paul Painlevé, begann 1921 ein Studium der Medizin,
wandte sich zwei Jahre später der Biologie zu und studierte an der Station Biologique de Roscoff, dem
Institut für Meeresbiologie. Dort traf er Ginette Hamon, die ihn mit Boiffard und Calder bekannt machte.
Mit Ivan Goll brachte er die erste Nummer der Zeitschrift Surréalisme heraus. Bereits in den zwanziger
Jahren entwickelte er eine Unterwasser-Aufnahmetechnik. Seine frühen Filme von Meerestieren beein-
druckten in ihrer surrealen Erscheinung Künstler wie Man Ray und Luis Buñuel. Auf dieser Anerkennung
basierte auch seine Freundschaft mit Sergej Eisenstein. 1930 gründete Painlevé „Les Documents Ciné-
matographiques“. Neben seiner filmischen Arbeit veröffentliche er Aufsätze und Bücher zum Thema
Wissenschaft, Kunst und Kino (Le cinéma scientifique français, 1948).
Literatur: Frieda Grafe, Ein Wilderer: Jean Painlevé 1902–1989. In: CineZoo, Cinema 42. Basel, Frankfurt
am Main 1997, S. 9–19; Andy Masaki Bellows, Marina McDougall, Brigitte Berg (Hg.), Science is Fiction.
The Films of Jean Painlevé
. Cambridge 2000
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Michal Pĕchouček, geboren 1973 in Duchcov/Tschechoslowakei, lebt und arbeitet in Prag
Pĕchouček besuchte 1991–1993 die Vaclav Hollar Hochschule in Prag und studierte anschließend bis
1999 an der Prager Kunstakademie. Er begann mit fotografischen Arbeiten, die er teils in Malerei und
Zeichnung übersetzte. Daneben entstanden die „Bildromane“, mit denen der Künstler bekannt wurde.
Seine Videos sind zumeist animierte Fotografien. Pĕchouček hat an zahlreichen internationalen Aus-
stellungen teilgenommen.
Literatur: Kat. Michal Pĕchouček. Jiří Švestka Gallery. Prag 2004, Kat. Playtime. Jiří Švestka Gallery.
Prag 2005
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Pablo Picasso, geboren 1881 in Málaga, gestorben 1973 in Mougins bei Cannes
Picasso wurde bereits 1895 an der Kunstschule La Lonja in Barcelona aufgenommen und begann im
Oktober 1897 ein Studium an der Academia de San Fernando in Madrid. Im Juni 1898 kehrte er nach
Barcelona zurück und hielt sich seit 1900 abwechselnd in Paris und Barcelona auf. Immer wieder ex-
perimentierte er mit neuen künstlerischen Richtungen. 1907 entstand mit dem Gemälde Les Demoiselles
d‘Avignon
eines der ersten Werke des Kubismus, der seine Arbeiten in den nächsten Jahren bestimmte.
Daneben schuf er papiers collés, aus verschiedenen Materialien zusammengesetzte Skulpturen sowie
Dekors und Kostüme für Diaghilevs Ballett La Parade (1917). Danach öffnete er sich in seiner Malerei
und Bildhauerei auch anderen, zunächst neo-klassizistischen und surrealistischen Stilformen. Zwischen
1926 und 1930 schuf er eine Serie von Bildern zu den Themen „Atelier“ und „Maler und Modell“. Die
Skizzenbücher aus Paris und Dinard zeigen sein damaliges Interesse an linearen Drahtkonstruktionen,
die er auch in die Skulptur übersetzte. In der Folgezeit wandte er sich immer neuen Ausdrucksformen
und Techniken zu. Mitte der fünfziger Jahre begann er mit einer Reihe von Variationen nach Werken
berühmter Maler wie Velázquez und Manet.
Literatur: Kat. Pablo Picasso. Wege zur Skulptur. Die Carnets Paris und Dinard von 1928. Hg. Wilhelm
Lehmbruck Museum Duisburg, Hamburger Kunsthalle. München, New York 1995; Werner Spies, Pablo
Picasso – Das plastische Werk. Werkverzeichnis der Skulpturen
. Neuausgabe Stuttgart 2002; Kat.
Picasso surreal. 1923–1939. Hg. Anne Baldassari, Fondation Beyeler. Paris, Riehen 2005; Kat. Picasso –
La Passion du dessin
. Museu Picasso Barcelona, Musée national Picasso Paris. Paris, Barcelona 2005
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Bridget Riley, geboren 1931 in London, lebt und arbeitet in London und Südfrankreich
1949–1955 Studium der Malerei am Goldsmiths College und Royal College of Art. Nach einer intensiven
Beschäftigung mit der Methode Seurats entstanden in den Jahren 1960–1966 abstrakte Schwarzweiß-
Bilder, deren optische Dynamik ab 1965 durch farbige Grau-Skalen modifiziert wurde. 1965 nahm sie an
der Ausstellung „The Responsive Eye“ im New Yorker Museum of Modern Art teil, die ihren zweifelhaften
Ruhm als Protagonistin der „Op Art“ begründete. 1967–1971 beginnt ihre bildnerische Auseinander-
setzung mit der Farbe, die bis heute anhält. 1968 wurde sie auf der 34. Biennale von Venedig als erste
Frau mit dem Internationalen Preis für Malerei ausgezeichnet. Seit 1970 zahlreiche internationale Aus-
stellungen, in deren Mittelpunkt zunehmend das sich in immer neuen Wendungen entfaltende Farb-Werk
steht, zuletzt in der Londoner Tate Gallery (2003) und im Museum of Contemporary Art, Sydney (2004).
Seit 2004 Mitglied der Akademie der Künste, Berlin.
Literatur: Robert Kudielka (Hg.), The Eye‘s Mind: Bridget Riley. Collected Writings 1965–1999. London
1999 (erweiterte dt. Fassung: Malen um zu sehen: Bridget Riley. Gesammelte Schriften 1965–2001. Ost-
fildern-Ruit 2002); Kat. Bridget Riley. Hg. Paul Moorhouse, Tate Gallery. London 2003
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Medardo Rosso, geboren 1858 in Turin, gestorben 1928 in Mailand
Rosso besuchte 1882–1883 die Accademia di Belle Arti di Brera in Mailand. Beeinflußt von der literar-
ischen Strömung des sozialen Verismus und der Gli Scapigliatura-Bewegung wählte er als Motive ge-
wöhnliche Individuen, hielt flüchtige Eindrücke und Gedankenreflexe fest und benutzte 1883 für Skulp-
turen wie La Portinaia Wachs als Werkstoff. 1889 zog Rosso nach Paris, widmete sich im Austausch mit
Degas der experimentellen Fotografie und schuf Serien von mehrfach reproduzierten und dabei über-
arbeiteten Fotografien seiner Werke. 1906 schuf er seine letzte bildhauerische Arbeit (Ecce Puer) und
konzentrierte sich fortan ausschließlich auf die Fotografie. 1922 ging er nach Mailand zurück.
Literatur: Kat. Medardo Rosso. Centro Galego De Arte Contemporánea, Santiago de Compostela.
Barcelona 1996; Kat. Medardo Rosso. Hg. Kunstmuseum Winterthur, Stiftung Wilhelm Lehmbruck
Museum, Duisburg. Düsseldorf 2003; Kat. Medardo Rosso – Second Impressions. Hg. Harry Cooper,
Sharon Hecker, Harvard University Art Museum. Cambridge u. a. 2003/04; Kat. Medardo Rosso – Le
origine della scultura moderna
. Galleria Civica d‘Arte Moderna e Contemporanea di Torino, Trento.
Turin, Mailand 2004
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Fred Sandback, geboren 1943 in Bronxville/NY, gestorben 2003 in New York
Nach dem Abschluß des Studiums der Philosophie an der Yale University (1962–1966) studierte Sand-
back 1966–1969 zusammen mit Donald Judd und Robert Morris Bildhauerei an der Yale School of Art
and Architecture in New Haven. Sein OEuvre umfaßt Zeichnungen, Objekte und minimalistische Skulp-
turen, für die er zunächst mit Draht, dann ab 1973 mit Acrylgarn Linien und Umrisse geometrischer Körper
in den Raum spannte. Bereits 1977 bekam er eine große Fläche im New Yorker P.S.1 zur Verfügung ge-
stellt. Kurz vor seinem Tod entwickelte er sechs ortsbezogene Arbeiten für die Pinakothek der Moderne
in München.
Literatur: Fred Sandback, Remarks on my Sculpture 1966–1986. In: Kat. Fred Sandback, Sculpture
1966–1986
. Kunsthalle Mannheim. Mannheim 1986; Kat. Fred Sandback. Hg. Friedemann Malsch,
Christiane Meyer-Stoll, Kunstmuseum Liechtenstein Vaduz. Ostfildern 2005
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Santiago Sierra, geboren 1966 in Madrid, lebt und arbeitet in Mexiko-Stadt
Sierra erhielt 1989 den BA der Bildenden Künste an der Universidad Complutense in Madrid und
studierte 1989–1991 an der Hochschule für bildende Künste in Hamburg. 1995–1997 hielt er sich mit
einem Forschungsstipendium an der Universidad Autónoma de México auf und ließ sich fest in Mexiko
City nieder. Konfrontiert mit der dortigen gesellschaftlichen Realität radikalisierte sich seine Kunstpraxis.
Seither thematisiert er anhand meist schockierender Installationen und Interventionen – die er in Schwarz-
weiß-Fotografien und Videobändern dokumentiert – gesellschaftliche Ausgrenzungsmechanismen.
Seine Formensprache orientiert sich an den geometrischen Grundformen minimalistischer Objekte von
Donald Judd, Sol LeWitt und Robert Morris, die Sierra jedoch im Gegensatz zur Minimal Art ausdrücklich
mit den gesellschaftlichen Zusammenhängen verknüpft. In neueren Arbeiten setzt er sich zunehmend mit
dem musealen Raum auseinander, dessen Architektur er auf verschiedenen Ebenen stört.
Literatur: Kat. Santiago Sierra – 300 Tons and Previous Works. Hg. Eckhard Schneider, Kunsthaus
Bregenz. Bregenz 2004; Santiago Sierra. Katalog und Textbuch, Kunsthalle Wien. Wien 2002; Kat.
Santiago Sierra – Works 2002–1990. Ikon Gallery. Birmingham 2002; Kat. Spanish Pavilion. 50th Venice
Bienniale
. Hg. Rosa Martinez. Venedig 2003
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Klaus Staeck, geboren 1938 in Pulsnitz, lebt in Heidelberg
Nach Kindheit und Jugend in der Industriestadt Bitterfeld übersiedelt Staeck 1956 nach Heidelberg
und beginnt ein Jurastudium. 1960 entstehen erste Postkarten, Plakate und Flugblätter für studentische
Gruppen. 1965 gründet er die „edition tangente“, die später in der „edition staeck“ aufging. Seit 1968
Zusammenarbeit mit Joseph Beuys. Mit der Plakataktion zum Dürerjahr in Nürnberg (Würden Sie dieser
Frau ein Zimmer vermieten?
) wird Staeck weithin bekannt. In der Folge kommt es immer wieder zu An-
griffen, Anzeigen und Anklagen gegen seine Plakate, die im „Bonner Bildersturm“ 1976 gipfeln. Gegen
alle Versuche, seine Arbeiten juristisch zu verbieten, setzt er sich erfolgreich durch. 1979 gründet er
die „Aktion für mehr Demokratie“. Während all dieser Jahre hat Staeck unermüdlich fotografiert – mit
Polaroid und bis heute mit Kleinbildkameras. Einzelausstellungen zuletzt in der Sammlung Falckenberg
in den Hamburger Phoenix-Fabrikhallen (2004/05), im Kunstmuseum Chemnitz (2006) und in der Kunst-
halle Tübingen (2006/07). 1990 korrespondierendes Mitglied der Ostberliner Akademie der Künste, seit
1993 Mitglied und seit 2006 Präsident der Akademie der Künste, Berlin.
Literatur: Klaus Staeck. Ohne Auftrag. Göttingen 2000, Kat. Klaus Staeck, Nichts ist erledigt. Eine Retro-
spektive. Sammlung Falckenberg, Phoenix Kulturstiftung. Göttingen 2004
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Hiroshi Sugimoto, geboren 1948 in Tokio, lebt und arbeitet in New York
Sugimoto studierte 1970–1972 am Art Center College of Design in Los Angeles Fotografie. 1974 ging
er nach New York und begann 1976 mit seinen fotografischen Serien, in denen er sich anhand unter-
schiedlicher Motive auf den Ursprung und die Erinnerung des Menschen bezieht. Zunächst stellte er
in den Dioramas und Wax Museums museale Objekte dar. 1978 folgten die Theatres, und seit 1980
die Seascapes. In den neunziger Jahren entstanden Sugimotos Fotografien der Skulpturen des buddhis-
tischen Tempels Sanjusangendo (Sanjusangendo. Hall of Thirty-Three Bays, 1995). 1997 wandte er
sich der Architektur zu und schuf großformatige Fotografien berühmter Bauten der klassischen Moderne
und der zeitgenössischen Architektur. Nachdem sich Sugimoto mit der Serie Pinetrees (2000/2001)
wieder auf die japanische Kultur bezogen hatte, präsentierte er in der Ausstellung „Architecture of Time“
(2002) im Kunsthaus Bregenz neben den Serien Architectures, Seascapes und Pinetrees eine selbst
entworfene No-Theaterbühne, auf der eine japanische Theatergruppe ein traditionelles Stück aufführte.
Die jüngste fotografische Serie beschäftigt sich mit Gestalt und Aura mathematischer und mechanischer
Modelle aus technischen Sammlungen.
Literatur: Kat. Hiroshi Sugimoto. Time Exposed. Kunsthalle Basel. Basel 1995; Lynne Cooke, Hiroshi
Sugimoto. In: Kat. Terra Incognita. Neues Museum Weserburg. Bremen 1998; Kat. Hiroshi Sugimoto. The
Hasselblad Award 2001. The Hasselblad Center. Göteborg 2001; Kat. Hiroshi Sugimoto. Architecture of
Time
, Kunsthaus Bregenz. Bregenz 2002; Thomas Kellein, Erleuchteter Atheismus. Glaubensstrukturen
im Werk von Hiroshi Sugimoto. In: Kat. warum!, Guardini Stiftung Berlin. Stuttgart 2003; Hans Belting,
Hiroshi Sugimotos Kinosäle und der unsichtbare Film. In: Hans Belting, Szenarien der Moderne. Kunst
und ihre offenen Grenzen
. Hamburg 2005 [Fundus Bücher 164]; Werner Spies, Auf der Richter-Skala des
Unzeitgemäßen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 2.7.2005, Nr. 151, S. 40
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